Wirtschaft

Weitere Jobs fallen wegBASF dreht erneut an der Sparschraube - Fixkosten im Blick

20.05.2026, 18:23 Uhr
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BASF strafft seit Jahren die Kostenseite. (Foto: picture alliance/dpa)

Noch ist die genaue Zahl nicht bekannt, doch BASF setzt beim Personal nochmals den Rotstift an. Innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre soll jeder fünfte Euro bei den festen Ausgaben eingespart werden. Erneut verkauft der Chemieriese eine Abteilung.

Der Chemiekonzern BASF verschärft den Sparkurs und streicht im Zuge eines weiteren großen Umbauprogramms weitere Stellen. Bis 2029 sollen die zahlungswirksamen Fixkosten im Kerngeschäft um bis zu 20 Prozent im Vergleich zu 2024 sinken, teilte das Unternehmen in Ludwigshafen mit. Vorstandschef Markus Kamieth machte im "Handelsblatt" klar, dass dies mit einem weiteren Personalabbau einhergehe. "Es ist eines der größten Optimierungsprogramme für die BASF, ein neues Betriebssystem für den Konzern", sagte der Manager. "Es wird zu einem neuen Kerngeschäft mit weniger Personal führen."

Wie viele Arbeitsplätze genau wegfallen, ließ Kamieth offen. Er kündigte jedoch Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern an. Am Stammsitz in Ludwigshafen sind seit Anfang 2024 bereits rund 2800 Stellen weggefallen. Das neue Programm mit dem Namen "CoreShift" zielt auf die vier Kernsparten Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care ab, die zusammen auf einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro kommen. Dem "Handelsblatt" zufolge sollen die Kosten um eine Milliardensumme sinken. Personalkosten sollen einen großen Teil der Einsparungen ausmachen.

Kamieth betonte, der Schritt sei keine Reaktion auf eine sich möglicherweise weiter verschlechternde Konjunktur, sondern Teil der Strategie. BASF hat seit 2023 bereits Projekte mit Einsparungen von über 2,3 Milliarden Euro gestartet, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein sollen. Die neuen Kürzungen sollen diese Summe übersteigen. Geleitet wird der Umbau von der bisherigen Europachefin Julia Raquet, die ein neu geschaffenes Transformationsbüro führt und direkt an Kamieth berichtet.

Zu den Maßnahmen gehören laut BASF die Restrukturierung des größten Produktionsstandorts am Firmensitz in Ludwigshafen sowie die schon im Februar angekündigte Neuausrichtung der weltweiten Service-Einheiten. Prozesse sollen vereinfacht, IT-Lösungen standardisiert und Künstliche Intelligenz verstärkt eingesetzt werden. Dabei ist unter anderem geplant, Stellen vom Berliner BASF-Standort nach Indien zu verlagern. Wie viele der 8500 Arbeitsplätze bei Global Business Service entfallen, ist noch unklar.

BASF konzentriert sich nach der Trennung von Randbereichen auf das Kerngeschäft: Die Mehrheit am Coatings-Geschäft wurde bereits an den Finanzinvestor Carlyle verkauft, die Agrarsparte soll im kommenden Jahr reif für den Börsengang eines Minderheitsanteils sein. Zudem meldet der Dax-Konzern den Verkauf des Silikategeschäft. Die Natriumsilikat-Sparte und die damit verbundenen Unternehmensteile in Düsseldorf-Holthausen gehen an den US-Rivalen PQ. Bei BASF zählte das Silikat-Geschäft bisher nur Waschmittel- und Kosmetik-Sparte Care Chemicals.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres gab es bei dem Chemiekonzern weltweit 106.428 Beschäftigte und damit rund 5000 weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Im Stammwerk arbeitet mit etwa 33.000 Menschen rund ein Drittel der weltweiten Beschäftigten. Bis Ende 2028 verzichtet BASF auf betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen und investiert Milliarden im dortigen Stammwerk. Darauf hatten sich der Konzern und die Arbeitnehmervertretungen Ende 2025 in einer neuen Standortvereinbarung verständigt.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa

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