Wirtschaft

Abstriche mindern Euphorie BASF schraubt Jahresprognose nach oben

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Ein Teil des BASF-Werks in Ludwigshafen.

(Foto: picture alliance / dpa)

BASF zieht nach dem zweiten Quartal 2017 eine positive Bilanz. Doch an der Börse können die Zahlen des Chemiekonzerns nicht überzeugen. Und auch Vorstandchef Kurt Bock dämpft zu hohe Erwartungen.

BASF nimmt dank starker Geschäfte mit Basischemikalien an Fahrt auf. Nach einem kräftigen Gewinnplus schraubte der weltgrößte Chemiekonzern seine Jahresprognose nach oben. "Die positive Nachfrageentwicklung hat sich im zweiten Quartal 2017 fortgesetzt", sagte Vorstandschef Kurt Bock. Er peilt für dieses Jahr nun eine deutliche Verbesserung des bereinigen operativen Gewinns (Ebit) an, die er mit mindestens elf Prozent bezifferte. Bisher hatte Bock einen Zuwachs von maximal zehn Prozent in Aussicht gestellt. Der Umsatz soll weiterhin deutlich, um zumindest sechs Prozent, zulegen.

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An der Börse konnte der Ludwigshafener Konzern mit seiner erhöhten Ergebnisprognose, die weitgehend schon erwartet worden war, nicht punkten: BASF-Aktien gehörten mit einem Minus 1,5 Prozent zu den größten Verlierern im Leitindex Dax. Viele Anleger hatten schon im Frühjahr auf höhere Ziele gehofft, Analysten hatten die bisherige Prognose als vorsichtig bezeichnet.

Zuletzt hatte die Zuversicht in der deutschen Chemiebranche zugenommen. Der Branchenverband VCI hatte vergangene Woche seine Prognosen für 2017 erneut angehoben. Bock, der auch Präsident des Verband ist, hatte erklärt, dass selbst die traditionell skeptischen Unternehmen der Branche inzwischen positiv gestimmt seien. Bis in das kommende Jahr sei in allen für die deutsche Chemie wichtigen Auslandsmärkten ein stabiles Wirtschaftswachstum zu erwarten.

Ölpreis und Dollar bremsen

Bock dämpfte aber zu hohe Erwartungen: Bei BASF werde sich die gute Entwicklung im Basischemikaliengeschäft voraussichtlich abschwächen. Zudem bremsten der schwächer als ursprünglich von BASF erwartete Ölpreis und Dollar. "Diese Faktoren sind eine Ergebnisbelastung für BASF." Für das zweite Halbjahr erwartet Bock deshalb "eine leichte Steigerung des Ebit vor Sondereinflüssen" im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im zweiten Quartal konnten die Pfälzer vor allem dank gestiegener Preise und eines höheren Absatzes ihren Umsatz um zwölf Prozent auf 16,3 Milliarden Euro steigern. Der bereinigte Betriebsgewinn kletterte um knapp ein Drittel auf 2,3 Milliarden Euro. Dazu trug neben einem überraschend starken Basischemikaliengeschäft auch die Erholung im Öl- und Gasgeschäft bei. Der Konzern, der mit der Tochter Wintershall einen eigenen Öl- und Gasförderer besitzt, konnte unter anderem dank gestiegener Gasverkäufe Umsatz und Ergebnis in dieser Sparte verbessern.

In allen anderen Segmenten musste BASF dagegen Ergebnisrückgänge hinnehmen und schnitt schlechter als von Analysten erwartet ab. Auch im Agrarchemiegeschäft musste BASF Abstriche machen, allerdings bei weitem nicht so stark wie der Leverkusener Rivale Bayer. Dieser verabschiedete sich angesichts eines unerwartet schwachen Pflanzenschutzgeschäfts im wichtigen brasilianischen Markt von seinen Geschäftszielen für 2017.

Auch für BASF läuft es in der Region nicht rund. "Wir haben auch gespürt, dass der Markt dieses Jahr schwieriger ist", sagte Bock. "Die Farmer haben Liquiditätsengpässe, das Zahlungsverhalten ist nicht so, wie es eigentlich sein sollte." Der Absatz habe in Brasilien im zweiten Quartal unter Vorjahresniveau gelegen. "Südamerika ist dieses Jahr kein wahres Vergnügen." Auch für den Gesamtmarkt könne BASF bisher noch keine Besserung erkennen.

Quelle: n-tv.de, kpi/rts

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