Wirtschaft

Aktionäre sollen nicht leiden BASF sucht nach Lichtblicken

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Der Chemieriese BASF rechnet mit keiner großen Wirtschaftsbelebung in naher Zukunft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die erwartete Belebung ist ausgeblieben. Mit diesem Satz fasst der Chemieriese BASF die Geschäfte knapp zusammen. Vor allem aus der Autoindustrie sind die Signale düster. Dennoch gibt es vorerst gute Nachrichten für Beschäftigte und Anleger.

Hohe Unsicherheit, geringe Sichtweite und schlechte Vorhersehbarkeit - der Chemiekonzern BASF stellt sich auf schwierige Zeiten ein. Besonders für den Automobilsektor, die wichtigste Kundengruppe der Ludwigshafener, sieht Vorstandschef Martin Brudermüller schwarz. Große Schwächen offenbarten sich im zweiten Quartal im Geschäft mit Basischemikalien. Einen weiteren Stellenabbau über die bereits verkündeten 6000 Jobs hinaus schloss Brudermüller trotz der trüben Aussichten erst einmal aus.

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Kunden in sämtlichen Industriebranchen seien mit Bestellungen zurückhaltender geworden, sagt er erst seit einem Jahr amtierende Konzernchef weiter. "Die von uns erwartete Belebung ist nicht eingetreten." Frühestens im nächsten Jahr sei mit einer Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China zu rechnen, der vor allem die chinesische Automobilbranche in Mitleidenschaft zieht. BASF geht davon aus, dass die weltweite Industrie- und Chemieproduktion in diesem Jahr nur um rund 1,5 Prozent wächst.

Für den Rückgang des bereinigten operativen Ergebnisses (Ebit) im zweiten Quartal um fast die Hälfte auf knapp 1,1 Milliarden Euro waren vor allem Einbußen im Geschäft mit Basischemikalien verantwortlich. Bereits vor ein paar Wochen hatte er die Konzernprognosen für dieses Jahr zurückgenommen. Das Ebit werde nun um bis zu 30 Prozent fallen statt um ein bis 10 Prozent zu zulegen.

Dividende soll dennoch steigen

Die Einnahmen sanken im Drei-Monats-Zeitraum auf Jahressicht um vier Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter erhöhte sich der Überschuss - dank eines Buchgewinns wegen der Zusammenführung des Öl- und Gasgeschäfts der Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea - von 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf jetzt 6,5 Milliarden Euro.

Die Aktionäre will der 58-Jährige trotz der angepassten Geschäftsprognosen mit der Aussicht auf weiterhin steigende Dividenden bei der Stange halten und bekräftigte: "Wir wollen unsere Dividende pro Aktie jedes Jahr erhöhen." Für 2018 hatte BASF 3,20 Euro nach 3,10 Euro im Jahr zuvor.

Die Chemiebranche gilt als wichtiger Konjunkturindikator, da ihre Produkte praktisch in allen großen Industriezweigen benötigt werden. Der Branchenverband VCI senkte wegen der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten seine Prognose für 2019 und rechnet mit einem Produktionsrückgang von vier Prozent. Viele Forschungsinstitute haben zudem ihre Schätzungen für das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gesenkt.

Ende Juni zählte BASF weltweit knapp 119.000 Mitarbeiter. Bereits mehr als 1100 Mitarbeiter in Ludwigshafen hätten das Abfindungsprogramm angenommen, sagte der Vorstandschef.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/dpa

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