Auftragsrekord in EuropaBMW-Gewinn geht zurück, der Ausblick ist dennoch positiv

Die jüngsten Quartalszahlen des bayerischen Autobauers sehen nicht gerade rosig aus. BMW verzeichnet einen Rückgang von 23 Prozent. Im Vergleich zu anderen deutschen Herstellern ist die Prognose aber optimistisch.
Der Münchner Autobauer BMW hat zum Jahresauftakt einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Nettogewinn verringerte sich um fast ein Viertel auf 1,67 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Die für das Unternehmen wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft lag bei fünf Prozent und damit in der Mitte der für das Gesamtjahr erwarteten Spanne von vier bis sechs Prozent.
Vom Unternehmen befragte Analysten hatten im Schnitt mit einer Marge von 4,7 Prozent gerechnet. Die Zölle in den USA und der EU hätten dabei die Marge um 1,25 Prozentpunkte gedrückt, hieß es. Die Belastung sei damit deutlich stärker ausgefallen als vor Jahresfrist, als allein die EU-Importzölle auf Elektroautos aus China angefallen seien. Der Umsatz verringerte sich zugleich um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro und damit stärker als von Analysten erwartet.
BMW erwartet für das Gesamtjahr eine Belastung aus den erhöhten Zöllen von 1,25 Prozentpunkten. Das ist etwas weniger als die 1,5 Prozentpunkte des vergangenen Jahres. Die Volatilität im Zusammenhang mit den Zöllen bleibe erhöht, hieß es. US-Präsident Donald Trump hatte erst am Wochenende angekündigt, in dieser Woche die Zölle auf Fahrzeugimporte aus der Europäischen Union auf 25 Prozent zu erhöhen.
Für das Gesamtjahr zeigt sich BMW zuversichtlich, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Zugute kommt den Münchnern dabei die starke Nachfrage insbesondere nach Elektroautos in Europa. Von Januar bis März sammelte das Unternehmen mehr als 60 Prozent mehr Bestellungen ein als vor Jahresfrist.
Auftragsrekord in Europa
Allein das im September vorgestellte Modell iX3 verkaufte sich mehr als 50.000 Mal. "Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres", sagte der scheidende BMW-Chef Oliver Zipse. Man habe mit der Einführung der neuen Klasse die richtige Entscheidung getroffen. Insgesamt sieht er das Unternehmen "richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein".
BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen - aber ohne große Sparprogramme anzukündigen. "Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten", sagte Finanzvorstand Walter Mertl. "Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung."
Besser als VW und Mercedes
Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. Er übernimmt ein robustes Unternehmen in schwierigem Fahrwasser. Zipse konnte BMW dem allgemeinen negativ-Sog in der Branche nicht entziehen, kann sich aber zugutehalten, dass BMW im innerdeutschen Vergleich derzeit am besten dasteht.
Wie im Gesamtjahr 2025 konnten die Münchner auch im ersten Quartal höhere Gewinne als Erzrivale Mercedes und der sehr viel größere VW-Konzern einfahren. Die Schwaben verbuchten von Januar bis März unter dem Strich 1,43 Milliarden, die Wolfsburger 1,56 Milliarden Euro.