Wirtschaft

Verkäufe nur noch über Zentrale BMW setzt Händlerrabatten ein Ende

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BMW will Kaufverträge künftig selbst abschließen.

(Foto: REUTERS)

Um einheitliche Preise für seine Neuwagen durchsetzen zu können, will BMW künftig Kaufverträge nur noch zentral abschließen. Autohändlern wird damit die Möglichkeit genommen, Rabatte zu geben. Indes droht dem Münchner Konzern in Großbritannien ein sattes Bußgeld.

BMW-Händler können Autokäufern bald keine Rabatte mehr geben - der Konzern will den Kaufvertrag mit den Kunden künftig selbst abschließen. Vertriebsvorstand Pieter Nota sagte der "Automobilwoche": "Wir werden 2024 mit der Marke Mini in Europa starten und 2026 ein Agenturmodell für alle BMW-Modelle einführen." Damit tritt der Händler nur noch als Vermittler und Kundenberater im Auftrag von BMW auf.

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Der Konzern kann so deutschlandweit einheitliche Preise für seine Neufahrzeuge durchsetzen. Für jedes verkaufte Fahrzeug werde BMW dem Händler eine Provision zahlen, sagte Nota: "Das gilt sowohl für das Auto, das ein Stammkunde bei seinem Händler kauft, als auch für Fahrzeuge, die Kunden komplett online kaufen. In diesen Fällen müssen sie einen Agenten auswählen, der das Fahrzeug ausliefert. Die Provision bleibt in beiden Fällen erhalten."

Indes hat die britische Wettbewerbsaufsicht CMA im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen BMW wegen möglicher Kartellrechtsverstöße eine Strafe verhängt. Die CMA erklärte, sie gehe davon aus, dass der Münchner Autobauer wichtige Informationen zu den Ermittlungen wegen möglicher Absprachen bei der Sammlung und Verwertung von Schrottautos zurückhalte. Die Strafe liege bei 30.000 Pfund plus 15.000 Pfund pro Tag, bis BMW die angefragten Informationen liefere.

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BMW erklärte, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben mit den jeweils zuständigen Behörden zu kooperieren. Das Unternehmen behalte sich aber seine Verteidigungsrechte vor, falls Behörden ihre gesetzlichen Befugnisse überschritten. "Das von der CMA verhängte Bußgeld ist eine Reaktion auf den Standpunkt der BMW AG, dass die CMA nicht befugt ist, ausländische Unternehmen zur Vorlage von Dokumenten zu zwingen, die sich vollständig außerhalb der Hoheitsgewalt des Vereinigten Königreichs befinden."

BMW werde die Rechtmäßigkeit der Strafe gerichtlich überprüfen lassen. Hintergrund des Streits sind Ermittlungen, die Mitte März eingeleitet worden sind. Dabei geht es um Absprachen zur Sammlung, Behandlung und Verwertung schrottreifer Autos. Neben der EU-Kommission hatte zu dem Zeitpunkt auch die CMA Untersuchungen eingeleitet.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts

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