Wirtschaft

Dubiose Verkaufszahlen BMW zahlt Millionenstrafe in USA

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Die SEC erklärte, BMW habe seine Verkaufszahlen durch "fehlerhafte und irreführende" Angaben künstlich in die Höhe getrieben.

(Foto: AP)

Über Jahre soll BMW seine Verkaufszahlen auf dem US-Markt frisiert haben. Die dortige Finanzmarktaufsicht und der Autobauer einigen sich auf einen Vergleich. Durch Zahlung einer Millionenstrafe werden die Ermittlungen eingestellt – ohne ein Schuldeingeständnis.  

Den deutschen Autobauer BMW kommen angeblich irreführende Angaben zu seinen Absatzzahlen in den USA teuer zu stehen. Das Unternehmen und zwei Tochterfirmen zahlen im Rahmen eines Vergleichs eine Geldstrafe von 18 Millionen Dollar (15,4 Millionen Euro), wie die US-Börsenaufsicht SEC mitteilte. Nach Angaben der Behörde hatte BMW seine Zahlen zum Absatzvolumen auf dem US-Automarkt von 2015 bis 2019 mit verschiedenen dubiosen Methoden aufgehübscht. Dadurch hätten interne Zielmarken erreicht werden sollen, zudem habe das Unternehmen öffentlich besser im Konkurrenzkampf mit anderen Premium-Anbietern dastehen wollen.

Durch die Zahlung der Strafe werden die Ermittlungen ohne Schuldeingeständnis des Autobauers eingestellt. BMW erklärte, die Geldstrafe angenommen zu haben und betonte, bei den Ermittlungen umfänglich kooperiert zu haben. Das Unternehmen sei froh, die Angelegenheit aus der Welt geschafft zu haben, hieß es in einer Stellungnahme. Ein US-Sprecher von BMW behauptete indes, dass dem Konzern von der SEC kein absichtliches Fehlverhalten vorgeworfen worden sei und die meisten der beanstandeten Vergehen bereits über drei Jahre zurücklägen.

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Die Börsenaufsicht störte sich laut ihrer Mitteilung insbesondere daran, dass die US-Konzerntochter BMW Capital die zweifelhaften Angaben zu den Verkaufszahlen auch Investoren und Ratingagenturen gegenüber gemacht habe. Dadurch seien bei der Ausgabe von Unternehmensanleihen im Volumen von rund 18 Milliarden Dollar irreführende Informationen verbreitet worden.

Den Angaben zufolge hatte die Nordamerika-Tochter von BMW eine Art Reservoir an Fahrzeugen, deren Verkauf zunächst nicht gemeldet wurde, um monatliche Zielvorgaben unabhängig vom Verkaufszeitpunkt zu erfüllen. Demnach bezahlte BMW Händler zudem dafür, Autos fälschlicherweise als Vorführfahrzeuge oder Leihfahrzeuge zu deklarieren, damit der Konzern höhere Verkaufszahlen angeben kann.

Die SEC hob jedoch hervor, dass BMW trotz Schwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie bei den Ermittlungen gut kooperiert habe. Dies sei beim Strafmaß berücksichtigt worden. Vor einem Jahr hatte die Behörde bereits dem italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler eine Strafe von 40 Millionen Dollar wegen Irreführung von Investoren durch angeblich frisierte Verkaufszahlen aufgebrummt.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP