Wirtschaft

BBVA kommt bei Bad Loans voran BNP Paribas fürchtet US-Strafe

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Rückstellungen für mögliche US-Strafe könnten noch höher ausfallen bei der BNP Paribas.

(Foto: REUTERS)

Wie mehrere europäische Konkurrenten kämpft auch die BNP Baribas mit Problemen in den USA. Es droht eine Strafe, die möglicherweise höher ausfällt als erwartet. Unterm Strich steht aber ein Gewinnzuwachs. Einen Lichtblick gibt es auch bei der BBVA.

Der französischen Geschäftsbank BNP Paribas droht in den USA eine Milliardenstrafe und die wirkt sich auch auf die Quartalszahlen zum Jahresstart aus. Unter dem Strich stand ein Gewinnzuwachs von 5,2 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro, wie das Institut mitteilte. Hauptgrund dafür war die vollständige Übernahme der belgischen Fortis, weshalb deren Gewinn nicht mehr mit anderen Minderheitseigentümern geteilt werden muss.

Der Vorsteuergewinn von BNP sackte hingegen um 3,7 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro ab. Sowohl im Investmentbanking  als auch im Privatkundengeschäft gingen die Ergebnisse deutlich zurück.

Beim Umsatz sieht es hingegen nicht so rosig aus. Hier ging es um 0,6 Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro nach unten, teilweise wegen der Misere im Anleihegeschäft. Die Kernkapitalquote der Bank betrug Ende März bereits 10,6 Prozent und damit deutlich mehr als die ab 2019 geltende, verbindliche Schwelle von 9 Prozent.

Ärger in den USA

Zudem droht in den USA eine höhere Strafe als zunächst erwartet, möglicherweise muss die BNP mehr als die bereits zurückgestellten 1,1 Milliarden US-Dollar berappen, da sie mutmaßlich gegen US-Sanktionen verstieß.

Immerhin rückt dadurch für die Franzosen ein Vergleich mit den mächtigen US-Behörden in greifbare Nähe. Das Pariser Finanzhaus verhandelt momentan mit den USA. Glückt die Einigung wäre das Geldhaus bereits die zehnte solche Institution, die sich wegen derartiger Vergehen vergleicht. Die New Yorker und US-Bundesermittler hatten mit ihrem harten Durchgreifen für Kopfschmerzen unter europäischen Bankvorständen gesorgt.

Die Diskussionen mit den US-Behörden hätten demonstriert, dass ein hohes Maß an Unsicherheit über die Art und den Umfang der Strafen existiert, die von den USA verhängt werden können, teilte die Bank mit. Gleichzeitig warnen die Franzosen düster: "Es besteht die Möglichkeit, dass die Höhe der Strafen die Summe der getätigten Rückstellungen bei weitem übertrifft."

BNP Paribas hatte im Februar die Buchung von 1,1 Milliarden Dollar für Rückstellungen angekündigt. Interne Untersuchungen hatten nach eigenen Angaben ein "signifikantes Volumen von Transaktionen" aus den Jahren von 2002 bis 2009 aufgedeckt, das unter US-Gesetzen und Regulierungen als nicht zulässig eingestuft werden könne. Das Institut schwieg sich zu Details der Ergebnisse seiner internen Ermittlung aus.

In der jüngeren Zeit haben US-Beamte mehrmals europäische Finanzunternehmen wegen Aktivitäten in Ländern gegen die - wie zum Beispiel Iran, Libyen, Sudan oder Kuba - Sanktionen verhängt wurden, aggressiv verfolgt und auch bestraft. Zu den schwarzen Schafen zählen Barclays, ABN Amro, Lloyds Banking, Clearstream, ING, Credit Suisse, Standard Chartered und HSBC. Unter dem Strich überwiesen die Institute wegen der Vorwürfe zusammengenommen mehr als 5 Milliarden Dollar.

BBVA startet verhalten

Die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) ist etwas schlechter ins Jahr gestartet als erwartet, hat aber Fortschritte beim Abbau notleidender Kredite erzielt. Das Nettoergebnis brach bei der nach Marktwert zweitgrößten Bank Spaniens auf 624 Millionen von 1,7 Milliarden Euro im Vorjahr ein.

Die Nettozinseinnahmen fielen auf 3,4 Milliarden von 3,6 Milliarden Euro in der Vergleichsperiode. Analysten hatten unter dem Strich mit 651,6 Millionen Euro Gewinn bei Zinseinnahmen von 3,4 Milliarden Euro gerechnet.

Fortschritte bei Bad Loans

Einen kleinen Lichtblick gab es für die Spanier bei der Entwicklung der notleidenden Kredite. Die Rate der Darlehen, die mehr als 90 Tage überfällig sind,  ging auf 6,6 von 6,8 Prozent per Ende März 2013 zurück.

Am Vortag hatte auch Konkurrent Banco Santander SA von einem Fortschritt bei den sogenannten Bad Loans gesprochen. Deren Quote schrumpfte im Vergleich zum Jahresende 2013 leicht auf 5,52 von 5,64 Prozent. Sieben Jahre nacheinander war dieser Wert zuvor angestiegen. Andere spanische Kreditinstitute wie die Caixabank, die Banco de Sabadell und Bankia hatten in den vergangenen Tagen ebenfalls von leichten Rückgängen beim Anteil fauler Kredite berichtet. Investoren und Analysten schauen genau darauf, wie die kriselnden spanischen Banken beim Abbau der notleidenden Kredite vorankommen, die sie im Zuge der Finanzkrise angehäuft hatten.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ/rts

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