Wirtschaft

"Reißerische Aufmachung"Bafin verbietet Unicredit Anti-Commerzbank-Anzeigen

25.04.2026, 13:25 Uhr
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Dunkle Wolken in Frankfurt am Main: Die Commerzbank stemmt sich gegen die Übernahme. (Foto: picture alliance / greatif)

Man habe eine "positive Vision" von der gemeinsamen Zukunft vermitteln wollen, sagt die Unicredit. Die Botschaft scheint nicht verfangen zu haben - zumindest bei der deutschen Finanzaufsicht.

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin greift in den Übernahmekampf um die Commerzbank ein. Sie untersagte der italienischen Großbank Unicredit unsachliche Werbeanzeigen zulasten der Commerzbank, die diese in sozialen Medien veröffentlicht hatte. Die Werbung wurde als unzulässig eingestuft.

Konkret ging es laut Bafin um drei Anzeigen, die am Dienstag auf den Plattformen des Facebook-Mutterkonzerns Meta veröffentlicht worden waren. Die Behörde rügte die "reißerische und unsachliche Aufmachung" der Anzeigen. Diese hätten Mutmaßungen zur wirtschaftlichen Lage der Commerzbank enthalten und seien innerhalb der gesamten Europäischen Union abrufbar gewesen. Inzwischen seien sie jedoch nicht mehr aktiv.

Mit der Anordnung mache die Bafin von ihren Befugnissen aus Paragraf 28 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes Gebrauch, hieß es am Freitagabend. Die Bafin will damit nach eigener Angabe Missständen im laufenden Übernahmeverfahren begegnen. Ferner schaffe sie so Klarheit darüber, welche Werbung im Zusammenhang mit Übernahmeangeboten zulässig sei. Bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Zuwiderhandlung gegen die Anordnung drohe der Unicredit ein Bußgeld.

Ein Unicredit-Sprecher entgegnete, die Anzeige sei entworfen worden, um die "positive Vision" zu vermitteln, die Unicredit für die Commerzbank habe. Die Übersetzung eines Wortes aus der ursprünglich englischen Aussage ins Deutsche könnte jedoch zu einer gewissen Mehrdeutigkeit geführt haben, räumte er ein. "Wir haben den Beitrag umgehend entfernt und sowohl der Commerzbank als auch allen, die nachgefragt haben, die Sachlage erklärt. Deshalb überrascht uns die Reaktion."

"Überdimensioniert und ineffizient"

Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte am Montag das Geschäftsmodell der Commerzbank grundsätzlich kritisiert und den Übernahmewunsch bekräftigt. Nach Meinung der Unicredit sollte die Commerzbank ihren Fokus auf Deutschland und Polen verstärken und gleichzeitig ihre internationalen Aktivitäten zurückfahren. Letztere seien "überdimensioniert, fragmentiert, risikoreicher, operativ komplex und ineffizient", glaubt Unicredit.

Die Bank aus Mailand verfügte zuletzt über 26,77 Prozent der Commerzbank-Anteile und hat über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere 3,22 Prozent der Aktien. Damit kommt sie in Summe auf 29,99 Prozent. Ab einem Anteil von 30 Prozent müsste die Unicredit ein Angebot für die übrigen Commerzbank-Aktien abgeben.

Die Italiener waren 2024 bei dem Frankfurter Geldhaus eingestiegen und haben ihren Anteil seither immer weiter erhöht. Mitte März kündigten sie schließlich ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien an.

Die Aktionäre der Unicredit sollen am 4. Mai auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der dazu notwendigen Kapitalerhöhung zustimmen. Das Commerzbank-Management und die Bundesregierung lehnen eine feindliche Übernahme durch die Unicredit ab.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa

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