Wirtschaft

Tarifrunde abgebrochen Bahn-Gewerkschaft kündigt Warnstreiks an

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Bahn-Kunden müssen sich auf einen Warnstreik einstellen.

(Foto: dpa)

In der Tarifrunde bei der Bahn ist der erhoffte Durchbruch nicht gelungen. Im Streit um die Lohnerhöhung gehen der Konzern und die Gewerkschaft EVG auseinander. Nun wird es Warnstreiks geben.

Die Tarifgespräche zwischen der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sind abgebrochen worden. Das teilte die Gewerkschaft am Verhandlungsort in Hannover mit und kündigte zugleich Warnstreiks an. Wann und in welchem Umfang diese stattfinden, ist nicht bekannt. Reisende müssten schon zu Beginn der kommenden Woche "mit erheblichen Zugausfällen rechnen", teilte die Gewerkschaft mit. Wie aus Kreisen der Gewerkschaft zu hören war, sollen am Montagmorgen Beschäftigte vor allem in Stellwerken und Werkstätten bundesweit ihre Arbeit niederlegen. Die Aktion könnte demnach bis zum Mittag anhalten.

Die Tarifverhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn waren am frühen Morgen zunächst unterbrochen worden und wurden am Vormittag wieder aufgenommen.  Dann teilte die EVG den Abbruch mit. "Der Arbeitgeber hat uns nur Angebote vorgelegt, die nicht den Forderungen unserer Mitglieder entsprachen", so EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba.

Mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verhandelt die Bahn parallel an einem anderen Ort ebenfalls in Hannover. In der Nacht hatten die drei Tarifparteien nach einem Kompromiss zur Lohnerhöhung gesucht. Beide Gewerkschaften hatten 7,5 Prozent mehr Geld gefordert. Die Gespräche in Hannover liefen seit Donnerstag parallel in zwei Hotels. Die EVG hatte mit einem Abbruch der Gespräche und "weiterreichenden Aktionen" gedroht, falls in dieser Runde keine Einigung gelingen sollte.

"Am Ende fehlte aus unserer Sicht ein Prozent mehr angesichts der vom Arbeitgeber angebotenen längeren Laufzeit", sagte Rusch-Ziemba. Nach dpa-Informationen hatte die Bahn zwei Erhöhungsstufen für das Gehalt angeboten - einmal 2,5 Prozent und einmal 2,6 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten. "Die Laufzeit ist zu lang, die Prozente sind daran gemessen zu niedrig", sagte Gewerkschafterin.

Die Bahn sprach hingegen von einer "völlig überflüssigen Eskalation". "Bei diesem Angebot den Verhandlungstisch zu verlassen, ist nicht nachvollziehbar und verunsichert völlig unnötig unsere Kunden mitten in der Weihnachtszeit", so Personalvorstand Martin Seiler. Die Bahn habe "alle EVG-Forderungen inklusive der Kernforderungen erfüllt". EVG-Bundesgeschäftsführer Torsten Westphal sagte, Reisende müssten schon zum Wochenstart mit erheblichen Einschränkungen rechnen. "Wir kehren an den Verhandlungstisch zurück, wenn die Bahn deutlich macht, ernsthaft mit uns verhandeln zu wollen. Die jetzt angekündigten Warnstreiks werden aber nicht mehr zu verhindern sein, unsere Mitglieder sind hochmotiviert", fügte der Gewerkschafter hinzu.

Mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vertagte sich die Bahn auf den kommenden Dienstag in Eisenach. Hier sei man kurz vor dem Ziel, sagte Bahn-Vorstand Seiler. Die EVG lehnte hingegen eine Vertagung ab. Die GDL verhandelt für rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen.

Quelle: ntv.de, jga/dpa