Wirtschaft

GDL-Streiks "völlig unnötig" Bahn sieht Chance auf schnelle Einigung

757d7d0174f5d56efbf83f93f008d0c2.jpg

Seit Dienstagnacht rollen die Züge wieder, doch ein weiterer Streik ist nicht ausgeschlossen.

(Foto: dpa)

Die zweite Streikrunde der Lokführer ist beendet und GDL-Chef Weselsky droht bereits mit der nächsten Arbeitsniederlegung. Die Bahn hat zwar kein neues Angebot in petto, deutet aber ein Entgegenkommen an - vorausgesetzt, die GDL kehrt an den Verhandlungstisch zurück.

Im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL hat die Deutsche Bahn ein Entgegenkommen angedeutet, aber zunächst kein neues Angebot vorgelegt. Bahnchef Richard Lutz forderte den GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky auf, wieder Verhandlungen aufzunehmen. "Wir sitzen am Verhandlungstisch, unsere Hand ist ausgestreckt, die Tür ist weit offen. Es liegt an Herrn Weselsky, jetzt einfach an den Tisch zu kommen und nicht draußen stehen zu bleiben und das gesamte Land lahmzulegen", sagte Lutz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die beiden Streiks der GDL seien "völlig unnötig" gewesen. "Die Unterschiede in den Vorstellungen von Bahn und GDL sind überhaupt nicht so groß, als dass sie diese gravierenden Auswirkungen für die Mobilität der Menschen und die Versorgung der Wirtschaft rechtfertigen würden", so der Vorstandschef der Bahn. Die GDL fordere 3,2 Prozent mehr Lohn und eine Corona-Prämie, die Bahn biete 3,2 Prozent mehr Lohn und eine Corona-Prämie. Lediglich bei der Laufzeit liege man noch auseinander. "In dieser Frage finden wir eine Lösung, und die kann auch sehr schnell erfolgen."

Mit Blick auf die angestrebten Verhandlungen fügte Lutz hinzu: "Wir werden gewiss nicht mit leeren Händen kommen." Weselsky hatte am Mittwoch weitere Arbeitskämpfe in Aussicht gestellt, sollte die Bahn kein verbessertes Tarifangebot vorlegen. Vorerst aber fährt die Bahn wieder nach Plan. Der zweite Streik in diesem Monat ging in der Nacht zum Mittwoch zu Ende.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte, dass die DB kein neues Angebot vorlegen will. "Es ist nachvollziehbar, wenn die GDL dann fragt, worüber sie eigentlich verhandeln solle", sagte der Bundesvorsitzende Detlef Neuß dem RND. Dass die GDL die geforderte Prämie von 600 Euro nicht bekommen werde, sei allen klar. "Aber es wäre hilfreich, wenn die DB endlich selbst einen Vorschlag machen würde."

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen