Wirtschaft
Im Fernverkehr läuft es derzeit deutlich besser als beim Gütertransport.
Im Fernverkehr läuft es derzeit deutlich besser als beim Gütertransport.(Foto: picture alliance / Matthias Balk)
Samstag, 09. Juni 2018

Trotz hoher Verspätungsquote: Bahn verzeichnet neuen Fahrgastrekord

Ihr Ziel in puncto Pünktlichkeit erreicht die Deutsche Bahn zwar noch lange nicht, aber bei den Fahrgastzahlen sieht es trotzdem gut aus: Für die ersten vier Monate des Jahres verkündet Vorstandschef Lutz ein Plus von drei Prozent, der Umsatz habe noch stärker angezogen.

Die Deutsche Bahn AG verzeichnet ungeachtet vieler Probleme im Betriebsablauf einen neuen Fahrgastrekord im Fernverkehr. "Die ersten vier Monate dieses Jahres hatten wir drei Prozent mehr Fahrgäste, der Umsatz stieg sogar um sieben Prozent", sagte Vorstandschef Richard Lutz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er führte die Entwicklung auf zusätzliche Züge, mehr günstige Tickets und besseren Service zurück, etwa kostenfreies W-Lan.

Schlechter verläuft die Entwicklung demnach im Güterverkehr. Hier werde es "schwer, in diesem Jahr die schwarze Null zu schaffen". Lutz versprach Verbesserungen bei der Pünktlichkeit. "Allein 2018 nehmen wir zusätzlich mehr als 100 Millionen Euro dafür in die Hand", sagte er. "Wir kämpfen jeden Tag um jede Minute." Aktuell im Fokus seien modernere Stellwerke, auch für mehr Sicherheit, und eine bessere Wartung der Fahrzeuge. Auch die Auslieferung von 25 neuen ICE-Zügen bis Jahresende werde die Lage verbessern.

Das Ziel, dass 85 Prozent der Züge pünktlich ankommen, werde die Bahn aber erst im Jahr 2022 erreichen. Das Grunddilemma einer überlasteten Infrastruktur werde das Unternehmen "noch Jahre begleiten", sagte Lutz. Für dieses Jahr will die Bahn 82 Prozent erreichen, hat in den vergangenen Monaten diesen Wert aber nur im Januar geschafft. Im Februar waren 80,4 Prozent der Fernzüge pünktlich, im März 75,3 Prozent, im April 76,5 Prozent. Als pünktlich gelten Züge nach einer Definition der Bahn, wenn sie maximal sechs Minuten Verspätung haben.

Daneben räumte der Bahn-Vorstandschef Probleme mit Speisewagen ein, die auf der neuen Sprinterstrecke zwischen Berlin und München seit Wochen ausfallen. "Bei den ersten Zügen sind die Probleme schon behoben", sagte er. Bei älteren Modellen sei der Austausch defekter Komponenten allerdings sehr aufwendig.

Quelle: n-tv.de