Wirtschaft

Zur Sanierung des Schienennetzes Bahn winkt milliardenschwere Finanzspritze vom Bund

9288cf62ea151b837c7e3a478121f761.jpg

Die Deutsche Bahn muss etwas tun, denn die Konkurrenz schläft nicht.

(Foto: dpa)

Der Sanierungsbedarf der Bahn ist groß, obwohl schon fleißig am Schienennetz gebaut wird. Das Finanzministerium will weitere Milliarden zur Verfügung stellen - doch die Summe hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Die Deutsche Bahn könnte wegen des Sanierungsstaus im Schienennetz nach einem Medienbericht mehr Geld vom Bund erhalten als bislang geplant. Das Finanzministerium plane, in diesem Jahr zusätzlich fünf bis sieben Milliarden Euro bereitzustellen, erfuhr das Nachrichtenportal "The Pioneer" aus Regierungskreisen. Das Geld ist demnach für den Erhalt und die Sanierung des Netzes gedacht.

Der genaue Betrag hänge von den Steuereinnahmen und der wirtschaftlichen Entwicklung ab, hieß es demnach weiter. In der mittelfristigen Finanzplanung sind den Angaben zufolge bisher rund 25 Milliarden Euro für die Bahn-Infrastruktur im Zeitraum bis 2027 eingeplant. Der Finanzierungsbedarf für die Sanierung des Schienennetzes werde in Regierungskreisen auf insgesamt rund 86 Milliarden Euro beziffert.

Der Sanierungsbedarf der Bahn ist auch deshalb groß, weil die Baukosten in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen sind. Der Konzern baut schon heute auf Rekordniveau - was im vergangenen Jahr zu zahlreichen Zugverspätungen beitrug.

DB verliert Anteile im Fern- und Güterverkehr

Die Deutsche Bahn muss also etwas tun, denn die Konkurrenz schläft nicht. Die Wettbewerber holen auf der Schiene langsam aber stetig auf. Insbesondere im Güterverkehr konnten andere Eisenbahnunternehmen im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres Marktanteile hinzugewinnen, wie aus der aktuellen Marktuntersuchung der Bundesnetzagentur hervorgeht. Inzwischen kommen die Wettbewerber in diesem Segment auf einen Anteil von 58 Prozent - ein Prozentpunkt mehr als noch Ende 2021.

Auch im Fernverkehr konnte die Konkurrenz des bundeseigenen Konzerns zulegen. Zwar bleibt die Deutsche Bahn mit einem Marktanteil von 95 Prozent der mit Abstand größte Anbieter. Doch im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres büßte die Bahn dort einen Prozentpunkt ein. Speziell die Wettbewerber Flixtrain und das französische Eisenbahnunternehmen Thalys, an dem auch die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF beteiligt ist, hätten Angebot und Nachfrage ausweiten können. Im Regionalverkehr wiederum kontrolliert die Deutsche Bahn 67 Prozent des Schienenverkehrs - eine bessere Marktposition als im Vorjahr. Allerdings berücksichtigen die Zahlen nur in geringem Umfang die Auswirkungen durch das 9-Euro-Ticket.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen