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Mossack Fonseca erstattet Anzeige Banken melden Geldwäscheverdacht

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Das Logo der Kanzlei Mossack Fonsseca

(Foto: REUTERS)

Mossack Fonseca wehrt sich gegen die Vorwürfe, gegen Gesetze verstoßen zu haben. Die Kanzlei stellt sogar Strafanzeige. Derweil reichen mehrere deutsche Banken Geldwäscheverdachts-Meldungen gegen Mossfon ein.

Nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR haben mehrere deutsche Banken bei Behörden in Nordrhein-Westfalen Geldwäscheverdachts-Meldungen gegen die Kanzlei Mossack Fonseca eingereicht. Es handelt sich um einige jener Finanzinstitute, gegen die bereits Verfahren in NRW wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung laufen oder gelaufen sind. Nach Beginn der Ermittlungen haben mehrere Banken nachträglich den Geldwäscheverdacht gegen die Kanzlei aus Panama angezeigt.

Ein Verfahrens-Beteiligter sagt, diese Meldungen seien ein "Signal der Umkehr". Die betreffenden Institute wollten damit dokumentieren, dass man nunmehr aufräume und reinen Tisch mache. Die Commerzbank hat inzwischen 17,1 Millionen Euro Bußgeld überwiesen, die HSH Nordbank und die Hypo-Vereinsbank zahlen jeweils rund 20 Millionen Euro, gegen einige andere Institute wird noch ermittelt.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jürgen Mossack und Ramón Fonseca, die beiden Betreiber der Kanzlei in Panama. Sie ist einer der weltweit größten Briefkasten-Dienstleister. Das Verfahren wegen Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung wurde bereits vor über einem Jahr eingeleitet, nachdem die Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen zuvor für knapp eine Million Euro eine CD mit geheimen Daten der Kanzlei Mossack Fonseca (Mossfon) gekauft hatten. Es handelte sich, verglichen mit den "Panama Papers", nur um wenige Daten.

Oft bestätigt sich der Verdacht

Zu den Mossfon-Kunden gehörten auch viele Deutsche, die mit Hilfe von Banken Vermögen nach Panama verschieben ließen, um es vor dem deutschen Fiskus zu verstecken. Die Steuerhinterzieher sind aus Sicht der Ermittler die Haupttäter. Bankmitarbeiter, aber auch Mossack und Fonseca sollen die Helfer sein. In vielen Fällen hat sich offenbar der Verdacht der Steuerhinterziehung bestätigt. Zahlreiche deutsche Steuerbetrüger sollen geständig sein.

Die Kölner Ermittlungen gegen Mossack und Fonseca dürften laut SZ, NDR und WDR noch länger laufen. Angesichts des ohnehin umfangreichen Materials, zu dem nun auch noch die "Panama Papers" hinzukommen, sei in diesem Jahr nicht mehr mit einem Abschluss des Verfahrens zu rechnen. Die Kölner Staatsanwaltschaft äußerte sich auf Anfrage wegen des Steuergeheimnisses nicht zu dem Fall.

Mossfon stellt Strafanzeige

Die beiden Anwälte bestreiten, gegen Gesetze verstoßen zu haben. "Wir sind verantwortungsvolle Mitglieder der globalen Finanz- und Wirtschaftswelt", erklärt die Kanzlei. "Wir bedauern jeden Missbrauch unserer Dienstleistungen und unternehmen Schritte, um ihn zu verhindern."

Unterdessen hat die Kanzlei einen Strafantrag wegen des Datenlecks gestellt. "Niemandem gefällt es, bestohlen zu werden", teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. "Wir werden unser Möglichstes tun, um die Schuldigen zu bestrafen."

Mehrere Banken aus dem In- und Ausland haben in NRW bislang rund 600 Millionen Euro Bußgeld gezahlt. Die meisten Verfahren laufen noch, auch gegen eine Schweizer Tochter der Deutschen Bank. Hinzu kommen nun wohl neue Fälle wegen den "Panama Papers".

Quelle: n-tv.de, ppo

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