Wirtschaft

Pandemie treibt Entwicklung Bargeldlose Zahlung nimmt im Euroraum zu

230356092.jpg

Die Liste der Zahlungsoptionen ist vielerorts mittlerweile lang.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Die Kontaktreduzierung in der Corona-Krise führt auch dazu, dass Menschen im Euroraum immer öfter zu bargeldloser Bezahlung greifen - ob per Karte, Überweisung oder elektronischen Zahlungsmitteln wie Apple Pay. Zwischen den EU-Ländern gibt es allerdings große Unterschiede.

Der Trend zum Bezahlen ohne Scheine und Münzen hat in der Corona-Krise in Deutschland und im Euroraum einen weiteren Schub erhalten. Im vergangenen Jahr wurden fast 102 Milliarden Zahlungen (Vorjahr: 98 Milliarden) im gemeinsamen Währungsraum bargeldlos abgewickelt, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Der Gesamtwert der Transaktionen stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Prozent auf gut 167 Billionen Euro.

Fast die Hälfte (47 Prozent) der bargeldlosen Transaktionen waren Kartenzahlungen, jeweils fast ein Viertel machten Überweisungen (23 Prozent) und Lastschriften (22 Prozent) aus. Der Rest waren nach EZB-Angaben unter anderem elektronische Zahlungsmittel wie zum Beispiel Apple Pay oder Google Pay. Der Anteil von Zahlung per Scheck liegt gerade noch bei etwa 2 Prozent.

Nach Angaben der Bundesbank wurden im vergangenen Jahr in Deutschland ausgegebene Debitkarten wie die EC-Karte um 25 Prozent häufiger für Kartenzahlungen eingesetzt als 2019. Im ersten Jahr der Pandemie bezahlten die Menschen demnach zunehmend auch kleinere Beträge mit Plastikgeld. Insgesamt wurden in Deutschland 26 Milliarden Zahlungstransaktionen im Gesamtwert von rund 61 Billionen Euro bargeldlos abgewickelt. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einer Steigerung um 8 Prozent (Anzahl) beziehungsweise 3 Prozent (Wert), erläuterte die Deutsche Bundesbank.

Kontaktlose Zahlung profitiert von Hygieneregeln

In Zeiten der Corona-Pandemie gilt etwa das kontaktlose Bezahlen an der Ladenkasse als besonders hygienisch. Denn Kunden müssen dabei ihre Kreditkarte oder Girocard nicht in ein Gerät einschieben. Die Daten werden stattdessen verschlüsselt übermittelt, wenn die Karte vor das Lesegerät gehalten wird. Bei geringen Beträgen ist nicht einmal die Eingabe der Geheimnummer (PIN) nötig.

Innerhalb des Euroraumes gibt es allerdings weiterhin große Unterschiede bei der Nutzung der wichtigsten Zahlungsdienste. So weist Portugal den Angaben zufolge mit rund 70 Prozent den höchsten nationalen Prozentsatz für Kartenzahlungen aus. Bei den Überweisungen war der Anteil in der Slowakei mit etwa 38 Prozent am höchsten, in Deutschland ist der Anteil von Lastschriften mit gut 44 Prozent besonders hoch.

Quelle: ntv.de, als/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.