Wirtschaft

Keine GigafactoryBatteriebauer ACC zieht Plänen für Kaiserslautern den Stecker

07.02.2026, 14:00 Uhr
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ACC hat bislang eine Fabrik in Frankreich - und dabei bleibt es vorerst. (Foto: AFP)

Der Autobauer Stellantis kassiert seine Pläne für E-Fahrzeuge und schreibt Milliarden ab. Das hat auch Folgen für einen Batteriehersteller, an dem der Konzern maßgeblich beteiligt ist. Der Bau von zwei neuen Werken wird abgeblasen.

Das Batterie-Gemeinschaftsunternehmen ACC hat seine Pläne für den Bau von Gigafactories in Deutschland und Italien endgültig aufgegeben. Das Management der Firma, an der neben Hauptinvestor Stellantis auch Mercedes-Benz und TotalEnergies beteiligt sind, habe die Arbeitnehmervertreter darüber informiert, dass die Projekte in Kaiserslautern und im italienischen Termoli "definitiv zu den Akten gelegt" worden seien, teilte die italienische Metallarbeitergewerkschaft UILM mit.

ACC bestätigte, dass die Voraussetzungen für einen Neustart der seit Mai 2024 ruhenden Vorhaben voraussichtlich nicht erfüllt würden. Man habe einen "konstruktiven Dialog" mit den Betriebsräten in Deutschland und den Gewerkschaften in Italien über eine mögliche Einstellung der Projekte begonnen.

Hintergrund der Entscheidung ist die anhaltend schwache Nachfrage nach Elektroautos in Europa. Ursprünglich waren drei Fabriken geplant. Während das erste ACC-Werk in Frankreich bereits produziert, hatte das Konsortium die Erweiterungspläne für Deutschland und Italien angesichts der Marktlage bereits im vergangenen Jahr auf Eis gelegt. Die Gewerkschaft UILM forderte nun "klare und kohärente industrielle Entscheidungen" als Ausgleich für die geplatzten Pläne. Stellantis habe zwar zuvor die Produktion von Getrieben und Motoren in Termoli in Aussicht gestellt, aber keine operativen Details genannt.

Erst am Vortag hatte der Autobauer Stellantis angekündigt, seine Pläne für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen deutlich zurückzufahren. Diese Entscheidung führt zu Abschreibungen in Höhe von rund 22,2 Milliarden Euro. Beide Meldungen lösten an der Börse ein wahres Beben aus. In einem historischen Kurssturz verloren die Papiere des französisch-italienischen Autobauers ein Viertel an Wert. Es war der größte Tagesverlust in der Geschichte des Unternehmens.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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