Wirtschaft
Viel Platz und frisches Stroh: Davon können Schweine in Massenhaltung nur träumen.
Viel Platz und frisches Stroh: Davon können Schweine in Massenhaltung nur träumen.(Foto: picture alliance / Marijan Murat)
Samstag, 10. März 2018

Mehr Transparenz für Verbraucher: Bauern wollen Noten für glückliche Schweine

Die künftige Bundesregierung will die tierfreundliche Haltung von Schweinen, Rindern und anderen Fleischlieferanten fördern. Der Bauernverband schlägt ein Notensystem mit den Stufen null bis vier vor. Der deutsche Mindeststandard käme nicht gut weg.

Der Bauernverband schlägt eine neue Kennzeichnung für Fleisch im Supermarkt vor, um die Haltungsbedingungen von Schweinen erkennbar zu machen. "Damit können wir Transparenz und Vertrauen schaffen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. "Der Verbraucher soll selbst entscheiden können, welches Produkt er kauft."

Konkret könne es ein Modell mit mehreren Stufen geben: Stufe 1 sei gesetzlicher deutscher Standard. Stufe 2 seien höhere Standards - etwa mit mehr Platz im Stall. Stufe 3 sei Premium, zum Beispiel mit Auslauf ins Freie, erläuterte Rukwied. "Und 0 ist alles, was nicht deutscher gesetzlicher Standard ist." Dies könne man auch verpflichtend und in staatlicher Regie umsetzen. "Da sind wir offen", betonte der Bauernpräsident.

"Wir erhoffen uns dadurch auch, dass mehr Produkte aus besseren Bedingungen gekauft werden. Das eröffnet dann zusätzliche Perspektiven für die Landwirtschaft." Dazu könnte eine Herkunftskennzeichnung kommen. "Zum Beispiel D-D, das heißt, das Ferkel kommt aus Deutschland, und gemästet wurde das Schwein dann auch in Deutschland." Wenn das Ferkel aus Dänemark stamme, würde die Kennzeichnung "DK-D" lauten.

Die künftige Bundesregierung aus Union und SPD will ein staatliches Tierwohllabel einführen. Landwirte, die teilnehmen wollen, sollen etwa mehr Platz für Schweine im Stall schaffen. Bereits seit 2015 gibt es eine "Initiative Tierwohl" der Branche, die Zusatzleistungen freiwillig teilnehmender Höfe aus einem Fonds des Handels honoriert.

Quelle: n-tv.de