Wirtschaft

"Brauchen eine Priorisierung" Bauernpräsident warnt: Ohne Gas keine Milch

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Gas sei für die landwirtschaftliche Produktion unverzichtbar, warnt der Bauernverband.

(Foto: picture alliance/dpa)

Russland drosselt die Gaslieferungen, Landwirte warnen bereits vor einer Lebensmittelknappheit. Denn auch für die Produktion auf Feldern und in Ställen sei Gas unverzichtbar. Der Sektor solle daher Vorrang haben, fordern sie.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, hat vor einer dramatischen Lebensmittelknappheit in Deutschland gewarnt, sollte die Landwirtschaft bei der Gasverteilung nicht Vorrang erhalten. "Ohne Gas keine Milch, keine Butter, kein Joghurt", sagte Rukwied der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Wir brauchen eine Priorisierung beim Gas für den gesamten Landwirtschafts- und Ernährungssektor."

Die Entwicklung und die Ausrufung der Alarmstufe des Notfallplans Gas mache ihm große Sorgen, sagte Ruckwied. "Um stabile Ernten zu gewährleisten, ist die Verfügbarkeit von Düngemitteln essenziell. Wir brauchen Gas für die Erzeugung von Stickstoffdünger." Sollte dieser nur noch eingeschränkt verfügbar sein oder wegfallen, "würden die Erträge sofort um 30 bis 40 Prozent einbrechen".

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Rukwied forderte die Bundesregierung auf, eine Kurskorrektur vorzunehmen. "Ernährungssicherung ist keine Selbstverständlichkeit", sagte der Bauernpräsident. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen hatte vergangene Woche wegen der gedrosselten russischen Lieferungen die zweite Krisenstufe im Notfallplan Gas, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen.

Unterdessen ergab eine Umfrage des Ifo-Instituts, dass Bundesbürger sich in den kommenden Monaten demnach auf weiter steigende Lebensmittelpreise einstellen müssen. Fast jeder Händler plant höhere Preise. Nahrungsmittel kosteten bereits im Juni im Schnitt mehr 12,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als die Hälfte der Deutschen mit niedrigerem Einkommen will daher einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung zufolge weniger Lebensmittel einkaufen.

Quelle: ntv.de, kst/AFP

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