Wirtschaft

"Prozessrisiko nicht gekannt" Bayer-Chef würde Monsanto wieder kaufen

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Werner Baumann verteidigt den Stellenabbau.

(Foto: AP)

Werner Baumann geht nach der Ankündigung des Abbaus Tausender Jobs in die Offensive. Der Bayer-Vorstandsvorsitzende verweist in dieser auf Hinsicht auf die Wettbewerber. Auch für Monsanto findet er deutliche Worte.

Bayer-Vorstandschef Werner Baumann hat den kürzlich angekündigten Abbau von insgesamt 12.000 Stellen im Konzern verteidigt. Auf einer Veranstaltung mit Lesern der Rheinischen Post sagte er, "wir treffen eine solche Entscheidung nur, wenn sie für das Unternehmen und auch die Mitarbeiter langfristig am besten ist".

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So werde Bayer sicherer für die Zukunft. Bis März soll feststehen, wo die Stellen im Einzelnen wegfallen. Bayer hatte vor knapp zwei Wochen überraschend verkündet, in den nächsten drei Jahren ein Zehntel der Belegschaft abbauen zu wollen und sich von Geschäftsteilen wie der Tiermedizin trennen zu wollen, um profitabler zu werden.

Unter anderem wird Bayer auch 900 Stellen in der Pharmaforschung streichen. Baumann sagte, im nächsten Jahr werden in Deutschland rund sechs Milliarden Euro in die Forschung fließen. Aber es solle weniger in eigene Projekte gesteckt werden und mehr Geld in Kooperationen mit Partnern: "Wir müssen feststellen, dass der Weg, den viele Wettbewerber gingen, teilweise erfolgreicher war", begründete Baumann diesen Schritt.

Zweifel an der Übernahme des Agrarriesen Monsanto, mit dessen Unkrautvernichter Glyphosat sich Bayer ein enormes Prozessrisiko eingehandelt hat, hat Baumann nicht. "Ich würde Monsanto wieder übernehmen, ohne jedes Wenn und Aber", sagte der Konzernchef. "Wir haben dieses hohe Prozessrisiko nicht gekannt. Bei den ersten Gesprächen mit Monsanto lagen 21 Klagen vor, nicht wie zuletzt in den USA 9300." Der unerwartete Erfolg eines Klägers habe weitere Verfahren nach sich gezogen. "Wir haben die größtmögliche Sorgfalt aufgewandt, als wir uns Monsanto angesehen haben", beteuerte der Bayer-Chef.

Beim Aktienkurs Potenzial nach oben

Die Klagen hält Baumann für nicht fundiert. "Es gibt keine einzige Regulierungsbehörde weltweit, die festgestellt hat, dass es ein Krebsrisiko durch Monsanto gibt." Anwälte und Umweltschutzorganisationen würden sehr einseitig aus internen Dokumenten zitieren. Bayer selbst trete für eine möglichst hohe Transparenz ein, so der Vorstandsvorsitzende: "Wir haben nichts zu verbergen."

Baumann räumte ein, dass die aktuellen Verfahren in den Vereinigten Staaten zu einer "erheblichen Belastung an der Börse" führten. Der aktuelle Börsenwert spiegle den tatsächlichen Wert von Bayer nicht wider. "Wir haben beim Aktienkurs von 60 Euro jede Menge Potenzial nach oben."

Zu unbestätigten Medienberichten, wonach der Hedgefonds Elliott des Investors Paul Singer Bayer-Aktien hält und angeblich auf eine Aufspaltung des Konzerns drängt, sagte Baumann, er kenne das Thema nur aus der Zeitung. Elliot sei aber lange bei Monsanto Aktionär gewesen und halte bei vielen Unternehmen Aktien, die der Fonds für unterbewertet halte. "Wir würden immer einen Aktionär begrüßen, der unsere Wachstumsstrategie unterstützt", sagte der Manager auf die Frage, wie er es fände, den aggressiven Investor an Bord zu haben.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ