Wirtschaft

Kampf gegen Covid-19 Bayer hofft auf schon entwickelte Medikamente

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Das Medikamet Resochin wurde in den 30er Jahren entwickelt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bayer-Chef Werner Baumann setzt bei der Bekämpfung der Lungenkrankheit Covid-19 auf die Wirksamkeit des Mittels Resochin. Sollte das Medikament tatsächlich helfen, "werden wir alles dafür tun, es in ausreichenden Mengen herzustellen", sagt er im Interview mit ntv.

Im Kampf gegen Covid-19 setzt Bayer-Chef Werner Baumann auf das bereits vorhandene Medikament Resochin des Leverkusener Pharmakonzerns. "Bestehende Medikamente sind die größte Hoffnung", sagte Baumann ntv. Resochin kommt bisher bei der Therapie von Malaria-Patienten zum Einsatz.

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Medikamente, die man erst entwickeln müsste, würden nicht rechtzeitig und nicht in ausreichender Menge verfügbar sein, so der Bayer-Chef. Resochin sei dagegen sofort verfügbar. "Wir werden alles dafür tun, dieses Medikament in ausreichenden Mengen herzustellen, wenn es tatsächlich wirksam sein sollte."

Das Mittel mit dem Wirkstoff Chloroquin will Bayer in der Krise kostenlos an Regierungen spenden. Das bereits in den 1930er Jahren entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Hoffnung würden erste Therapieresultate bei Patienten in China machen, sagte Baumann. "Es gibt aus China heraus sehr vielversprechende Indizien, dass Resochin beim Einsatz gegen Covid-19 möglicherweise wirksam ist. Denn es wurde dort eingesetzt", ergänzte er. Klinische Studien würden nun folgen, um das Produkt verfügbar zu machen. Noch sei Resochin für Covid-19 nicht getestet und auch nicht zugelassen.

Chloroquin war im März auch außerhalb von Fachkreisen verstärkt ins Gespräch gekommen, nachdem US-Präsident Donald Trump für den Einsatz des Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten geworben hatte. Experten sind angesichts möglicher Nebenwirkungen aber vorsichtig und warnen vor einer Selbstmedikation.

"Wirtschaft wieder in Gang bringen"

Zum Lockdown Deutschlands sagte Baumann, dass dieser derzeit gut sei - aber vor allem für die Wirtschaft keine Dauerlösung. "Wir müssen so schnell wie möglich aus dem derzeitigen sehr flächigen Lockdown herauskommen und die Wirtschaft wieder in Gang bringen. Denn keine Volkswirtschaft der Welt kann den Zustand, in dem wir jetzt sind, wirklich lange durchhalten."

Einen von der Politik diskutierten Einsatz von Handydaten, um Kontaktpersonen von Infizierten zu finden und zu warnen, beurteilt der Bayer-Chef als einen Ansatz, der helfen kann. Der Datenschutz müsse trotz aller Diskussion zweitrangig sein. "Hier ist das Gemeinwohl klar über das individuelle Recht des Einzelnen zu stellen", so Baumann.

Quelle: ntv.de, jga/dpa

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