Wirtschaft

Fahrplan bis 2024 vorgestellt Bayer will einen Gang hochschalten

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Baumann verspicht Wachstum in allen Segmenten.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Vor knapp zwei Jahren umreißt Bayer Investoren seine Pläne - und verfehlt diese. Nun lädt der Konzern wieder - und verspricht künftiges Wachstum in allen Bereichen. Dazu stünden zahlreiche neue Produkte in den Startlöchern.

Der Chemie- und Pharmariese Bayer will in den kommenden Jahren schneller wachsen. Außerdem soll von den Einnahmen mehr hängenbleiben. Konzernchef Werner Baumann will, dass alle drei Konzernbereiche zum Erfolg beitragen. Allerdings muss das Pharmageschäft 2024 eine Delle hinnehmen, da Bayers Blockbuster-Arzneien mit Milliardenumsätzen - der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmittel Eylea - ihren Patentschutz verlieren. Auch die Glyphosat-Klagewelle in den USA, die sich der Konzern mit der milliardenschweren Monsanto-Übernahme ins Haus geholt hatte, kann noch nicht zu den Akten gelegt werden. Zahlreiche neue Produkte sollen dem Agrargeschäft aber Schub geben.

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"Wir beschleunigen jetzt die Transformation, die wir vor zwei Jahren begonnen haben", sagte Baumann vor Investoren. Zugleich musste er aber einräumen, dass die Ziele, die er beim Kapitalmarkttag Ende 2018 ausgegeben hatte, nicht erreicht wurden. Vor allem mit der Entwicklung des Agrargeschäfts in Nordamerika, von dem der Konzern durch Monsanto stärker abhängt, sei er nicht zufrieden. Bayer wolle sich deshalb nun auf eine Verstärkung seines Produktangebots konzentrieren.

"Wir haben große Fortschritte in der digitalen Landwirtschaft und bei den jüngsten Zulassungen für Mais, Soja und Baumwolle gemacht. Beides trägt zum stärkeren Wachstum bei", sagte Baumann. Ab nächstem Jahr sind zahlreiche neue Produkte geplant, "darunter jährlich mehrere hundert neue Sorten bei Mais, Soja und Gemüse."

Noch länger in der Schwebe hängt allerdings ein wichtiger Teil des Glyphosat-Vergleichs. Bayer hatte im Februar eine neue Einigung mit Klägeranwälten erzielt, bei der es um die Handhabung möglicher künftiger Klagen wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters geht. Der zuständige Richter muss dieser noch grünes Licht geben, Baumann rechnet damit nun aber erst gegen Ende des zweiten Quartals - eine für den 31. März geplante Anhörung verschiebt sich auf den 12. Mai, da es Einwände von Kanzleien gegen die Einigung gab.

Stabile Dividendenpolitik

Für die Rendite des Agrargeschäfts geht es trotz des juristischen Gegenwinds aufwärts: Bis 2024 peilt Baumann eine bereinigte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von 27 bis 29 Prozent an nach gut 24 Prozent im vergangenen Jahr. Im Pharmageschäft drücken die Patentabläufe indes auf die Rendite. Sie soll bis 2024 über 30 (2020: knapp 35) Prozent liegen. Pharmachef Stefan Oelrich hat aber neue Blockbuster-Medikamente im Köcher, von denen er sich ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als drei Milliarden Euro verspricht. Große Hoffnungen setzt er zudem auf den Bereich der Zell- und Gentherapien, den Bayer zuletzt mit einigen Deals gestärkt hatte.

Dem einstigen Sorgenkind Consumer Health, das Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten wie Bepanthen, gelang die Trendwende. "Wir wollen nachhaltig stärker wachsen als der Markt und an der Spitze der Branche stehen", sagte Baumann. Dabei sollen auch Zukäufe helfen.

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Bis 2024 strebt Bayer nun einen Umsatz von 43 Milliarden bis 45 Milliarden Euro an. Die bereinigte operative Rendite soll sich auf rund 28 Prozent verbessern, das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bis dahin zwischen 7,00 und 7,50 Euro erreichen. Die geplanten Zuwächse vergleichen sich mit einem Umsatz von 40 Milliarden bis 41 Milliarden Euro, den Bayer für dieses Jahr erwartet - basierend auf den Wechselkursen zum Jahresende 2020. Noch Ende Februar war allerdings von etwa 41 Milliarden Euro Umsatz die Rede gewesen. Beim Ergebnis je Aktie peilt der Konzern auf dieser Basis in diesem Jahr 5,60 bis 5,80 Euro an, die operative Marge soll etwa 26 Prozent betragen.

Zur Stärkung der Ertragskraft soll auch das im September angekündigte Sparprogramm beitragen, von dem Baumann von 2024 an jährliche Einsparungen von mehr als 1,5 Milliarden Euro erwartet. Der frei verfügbare Mittelzufluss (Free Cash-Flow) soll sich bis 2024 auf rund fünf Milliarden verbessern, nachdem Bayer für dieses Jahr noch mit einem negativen Cash-Flow von bis zu vier Milliarden Euro rechnet. Das soll dem Konzern auch helfen, seine Dividendenpolitik beizubehalten: 30 bis 40 Prozent des bereinigten Gewinns je Aktie sollen an die Aktionäre gehen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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