Wirtschaft

Starker Euro drückt Wachstum Beiersdorf trotz Tesa-Schwäche gefragt

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Im Gegensatz zur Klebstoff-Sparte laufen die Verkäufe von Hautcremes, Deos und Shampoos gut: In Osteuropa steigt der Umsatz.

(Foto: REUTERS)

Auch 2016 läuft das Geschäft beim Kosmetikhersteller Beiersdorf schleppend an. Die schlechte Auftragslage bei der Klebstofftochter Tesa lässt den Konzern kurz straucheln - davon zeigen sich die Anleger aber unbeeindruckt.

Der starke Euro hat dem Kosmetikhersteller Beiersdorf zu Jahresbeginn einen Umsatzrückgang eingebrockt. Die Erlöse sanken im Auftaktquartal überraschend um knapp 2 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte hätten das Wachstum um mehr als vier Prozent gedrückt, teilte der Nivea-Hersteller in Hamburg mit.

Analysten hatten im Schnitt einen Umsatz von etwas mehr als 1,7 Milliarden Euro erwartet. Angaben zum Gewinn machte Beiersdorf in seiner Quartalsmitteilung nicht. Der Konkurrent von Henkel und L'Oreal will künftig nur noch alle sechs Monate über die Ertragslage berichten und nutzt damit die gelockerten Vorgaben der Deutschen Börse.

Besonders deutlich fiel der Umsatzrückgang bei der Klebstofftochter Tesa aus. Deren Erlöse sackten wegen der schwächeren Nachfrage im Elektronik-Bereich in Asien um nominal knapp sechs Prozent ab, während die Umsätze bei der größeren Kosmetiksparte um ein Prozent nachgaben. Tesa stellt unter anderem Klebefolien für Handys her. In diesem Bereich waren zuletzt mehrere Aufträge ausgelaufen. Dagegen laufe das Geschäft mit der Automobilindustrie weiter rund, sagte eine Sprecherin.

Prognose nach unten korrigiert

Das Management um Konzernchef Stefan Heidenreich bekräftigte denn auch die Prognose für die Kosmetiksparte und senkte den Ausblick für die kleinere Klebstofftochter Tesa. Bei der Tochter, die für etwa ein Sechstel des Konzernumsatzes steht, erwartet Beiersdorf nun im Gesamtjahr nur noch ein leichtes Umsatzplus und eine operative Ebit-Rendite unter dem Vorjahr. Bisher hatte Beiersdorf für diese Sparte ein Umsatzplus zwischen zwei und vier Prozent und eine Ebit-Rendite etwa auf Vorjahreshöhe in Aussicht gestellt.

Der Konzern peilt unverändert ein Umsatzplus zwischen drei und vier Prozent sowie eine etwas höhere operative Rendite an (Vorjahr: 14,4 Prozent) an. Gut liefen die Verkäufe von Hautcremes, Deos und Shampoos erneut in Osteuropa, wo der Umsatz organisch um 8,5 Prozent kletterte. In Westeuropa steigerte die Kosmetiksparte ihren Umsatz um zwei Prozent. In Nordamerika schrumpften die Erlöse dagegen um 4,3 Prozent, während sie in Südamerika um 1,3 Prozent zulegten. Besonders stark sei das Wachstum erneut in Brasilien und Mexiko gewesen. In der Region Afrika/Asien/Australien setzte Beiersdorf 7,3 Prozent mehr um.

Quelle: ntv.de