Zulieferer für RaketenabwehrBericht: VW will Teile für israelischen "Iron Dome" produzieren

Das Volkswagen-Werk in Osnabrück ist von den Sparplänen des Konzerns bedroht. Nun könnte der Betrieb in der niedersächsischen Stadt umgerüstet werden. Fortan könnten dann Teile für ein Raketenabwehrsystem hergestellt werden.
Volkswagen will einem Bericht zufolge in seinem Werk Osnabrück künftig Teile für das israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" fertigen. Der Konzern verhandle dazu mit dem israelischen Staatskonzern Rafael Advanced Defence Systems, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei mit den Plänen vertraute Personen.
In dem Werk sollen der Zeitung zufolge künftig verschiedene Teile für den "Iron Dome" hergestellt werden, darunter die Lastwagen, die Raketen des Systems transportieren, außerdem Startvorrichtungen und Stromgeneratoren. Die Geschosse selbst sollen nicht dort produziert werden. Die Firmen hofften, das System an europäische Staaten verkaufen zu können.
Israel setzt "Iron Dome" seit rund 15 Jahren zur Abwehr gegen Kurzstreckenraketen und Mörsergranaten ein, die aus den Nachbarländern auf den jüdischen Staat abgefeuert werden. Darüber hinaus kann das System nach Herstellerangaben auch Artilleriegranaten stoppen. Für die Abwehr von Mittel- und Langstreckenraketen werden von den israelischen Streitkräften dagegen die Systeme "Arrow" und "David's Sling" eingesetzt.
Mit dem Schritt zur Umrüstung des Werks sollten alle 2300 Arbeitsplätze in dem von der Schließung bedrohten Werk in Niedersachsen gerettet werden. Die Bundesregierung unterstütze das Vorhaben aktiv, sagte eine weitere mit den Plänen vertraute Person. Volkswagen war dem Bericht zufolge zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die Fahrzeugproduktion im früheren Werk des Kleinserien-Autobauers Karmann in Osnabrück soll im Rahmen eines Sparplans im kommenden Jahr auslaufen. Volkswagen hatte sich Ende 2024 mit dem Betriebsrat des Unternehmens auf ein umfangreiches Programm geeinigt, um Kosten zu sparen. Dafür sollen bis 2030 rund 35.000 Stellen bei dem Automobilkonzern gestrichen werden. Die Arbeitsplätze sollen sozialverträglich abgebaut werden.