Wirtschaft

Steuertrick für Immobilienkäufer Berlin macht Front gegen "Share Deals"

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Die geplante Reform des Grunderwerbsteuerrechts sieht deutliche Verschärfungen gegen "Share Deals" vor. Das sind steuerfreie Übertragungen von Anteilen an Gesellschaften, die Immobilien halten.

(Foto: imago/Schöning)

Die Immobilienpreise in deutschen Großstädten kennen kein Halten. Schuld daran sind auch Spekulanten, die nicht einzelne Wohnungen, sondern Firmen mit Immobilien kaufen. Berlin will das ändern. Auch weil dem Fiskus dadurch viel Geld entgeht.

Um die Spekulation mit Immobilien zu bekämpfen, wollen Union, SPD, Linke und Grüne Großinvestoren stärker zur Kasse bitten. Missbräuchliche "Share Deals" sollen verboten werden. "Wir wollen Schlupflöcher wie Share Deals stopfen, damit die Grunderwerbsteuer auch bei großen Immobilientransfers gezahlt wird", sagte SPD-Bauexperte Bernard Daldrup dem "Tagesspiegel". So steht es im Koalitionsvertrag und so soll es auch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden, sagte der Mietrechtsexperte der Union, Jan-Marco Luczak, der Zeitung.

Bei "Share Deals" werden nicht einzelne Wohnungen, sondern Anteile an Firmen verkauft. Diese haben oft Hunderte von Immobilien, aber keinen einzigen Mitarbeiter. Der Vorteil dieser Geschäfte für die Investoren: Grunderwerbsteuer wird nur minimal fällig, weil auf dem Papier eine Firma und keine Immobilie verkauft wird. Experten zufolge erleichtert und beschleunigt dieses Instrument den Handel mit Wohnungspaketen. Und treibt die Preise.

Das soll jetzt anders werden. Es müsse dringend nachjustiert werden, meint Luczak von der Union. Die Linke fordert ein Verbot von Share Deals genauso wie die Grünen. "Der Markt braucht mehr Regulierung, um Spekulation mit Immobilien unattraktiv zu machen", sagte der bau- und wohnungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Chris Kühn.

Dagegen sind Verkaufsverbote für Ausländer, wie sie jetzt in Neuseeland beschlossen worden sind, nach Meinung der Fraktionen keine Lösung für Deutschland. Es sei egal, ob ausländische oder deutsche Spekulanten die Preise in die Höhe treiben, sagte die Linken-Fraktionsvize Caren Lay der Zeitung. Die Grünen halten Kaufbeschränkungen für unzulässig und nicht praktikabel. Ein solches Verbot ließe sich mit Hilfe von Strohmännern leicht umgehen, sagte Grünen-Politiker Kühn.

Quelle: n-tv.de, ddi/DJ

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