Wirtschaft

Verpatzte Fusion wiegt schwer Berlusconis Mediaset rutscht tief ins Minus

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TV-Konzern MEdiaset macht dem Berlusconi-Clan derzeit keine Freude.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im April 2016 vereinbaren die beiden europäischen Medienkonzerne Mediaset und Vivendi eine Pay-TV-Partnerschaft. Im Sommer dann das Aus. Stattdessen stockt Vivendi systematisch den Mediaset-Anteil aus. Nun legen die Italiener Zahlen vor.

Der italienische TV-Sender Mediaset hat im vergangenen Jahr wegen hohen Kosten für die gescheiterte Kooperation mit Vivendi einen hohen Verlust verzeichnet. Mediaset bezifferte den Fehlbetrag 2016 auf 295 Millionen Euro. Im Jahr davor hatte die von der Familie des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte Senderkette noch einen Gewinn von 3,8 Millionen Euro erzielt.

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Insgesamt summierten sich die Sonderkosten und andere Verluste aus dem abgesagten Deal mit dem französischen Konzern auf 341 Millionen Euro, so Mediaset. Den Umsatz steigerte das Unternehmen laut Mitteilung auf 3,67 Milliarden von 3,53 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr will das Unternehmen wieder einen Gewinn erzielen.

Im April 2016 hatten die beiden Unternehmen zunächst vereinbart, eine Partnerschaft im Pay-TV zu gründen, um den immer stärker wachsenden Konkurrenten wie Netflix die Stirn zu bieten. Im Sommer hatte Vivendi den Deal wegen der schwachen Entwicklung des Pay-TV-Geschäfts von Mediaset aber abgesagt und seitdem eine beträchtliche Beteiligung an den Italienern aufgebaut. Aktuell halten die Franzosen 30 Prozent an Mediaset. Die Familien-Holding von Berlusconi, die rund 40 Prozent an dem Sender hält, wirft Vivendi vor, das Unternehmen feindlich übernehmen zu wollen.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ