Wirtschaft

Warum keine Fusion mit RTL? Bertelsmann flirtet erneut mit ProsiebenSat.1

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"Wir sind zweistellig gewachsen und erwarten einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses und des Konzernergebnisses", sagte Firmenchef Thomas Rabe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Trotz der Corona-Krise ist der Bertelsmann-Konzern zufrieden mit dem vergangenen Geschäftsjahr. Mit RTL hat Firmenchef Thomas Rabe großes vor. Eine Fusion mit ProsiebenSat.1 könnte aus dem Unternehmen einen "Medienchampion" machen.

"Das Jahr 2021 war das stärkste Jahr der Bertelsmann-Geschichte", sagte Firmenchef Thomas Rabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir sind zweistellig gewachsen und erwarten einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses und des Konzernergebnisses." Der Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzern habe praktisch keine Finanzschulden mehr und eine "hohe Investitionskapazität".

Rabe, der zugleich RTL-Chef ist, brachte erneut ein Zusammengehen seines Senders mit dem deutschen Wettbewerber ProSiebensat.1 ins Spiel. Dies stehe zwar nicht auf der Agenda und man habe nicht die Absicht, "in Kürze auf ProsiebenSat.1 zuzugehen". Allerdings wolle man abwarten, wie die Kartellämter die jüngsten Schritte von RTL bewerten, nationale Champions in Frankreich und den Niederlanden zu formen. "Wenn so etwas in Frankreich funktioniert und in den Niederlanden, wüsste ich keinen guten Grund, warum es nicht auch in Deutschland funktionieren sollte."

RTL und ProsiebenSat.1 seien börsennotierte Firmen, betonte Rabe. "Da werden auch die Aktionäre fragen, warum es nicht in Deutschland möglich sein sollte, einen Medienchampion aufzubauen, der im Wettbewerb mit den amerikanischen Plattformen besteht."

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Prosieben-Chef Rainer Beaujean hat RTL aber erst am Donnerstag erneut einen Korb gegeben und gesagt, dass eine stärkere Kooperation allein medienkonzentrationsrechtlich derzeit nicht möglich sei. Zudem komme ProSiebenSat.1 gut alleine klar.

Rabe sagte zudem, die unmittelbaren Folgen des Krieges in der Ukraine seien für Bertelsmann gering. Der Konzern habe in Russland über 2200 Beschäftigte in einer Druckerei und in der Logistik-Sparte der Dienstleistungstochter Arvato, die einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich erwirtschafteten. "Mittelbar können die Auswirkungen erheblich sein, je nach Umfang und Dauer der Kriegshandlungen und der Sanktionen."

Quelle: ntv.de, can/rts

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