Betriebsgewinn gesteigertFerienflieger ade - Condors neue Strategie geht auf

Der Wandel bei Condor trägt Früchte. Das Unternehmen verabschiedet sich vom Ferienflieger-Image und erzielt im operativen Geschäft gute Ergebnisse. Die Zahl der beförderten Passagiere steigt deutlich.
Condor hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 dank hoher Nachfrage und einer größeren Flotte von fast 70 Flugzeugen operativ einen Rekordgewinn erzielt. Vor Steuern und Zinsen sei das Betriebsergebnis (Ebit) um ein Viertel auf 151 Millionen Euro gestiegen, erklärte die Airline.
Die Lufthansa-Konkurrentin hat im vergangenen Geschäftsjahr ihren Umbau abgeschlossen. Aus dem früheren Ferienflieger ist der Betreiber eines Drehkreuzes am Frankfurter Flughafen geworden, das täglich in mehreren Wellen mit 13 europäischen Metropolen verbunden wird.
Mit einem Wachstum der Passagierzahl um 13 Prozent auf 9,6 Millionen erzielte Condor 2,35 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von elf Prozent. "In Summe ist das aus unserer Sicht ein weiterer wesentlicher Schritt in Richtung finanzielle und operative Stabilisierung der Gesellschaft", sagte Finanzchef Björn Walther, der sein Ausscheiden aus dem Unternehmen ankündigte.
Für das seit Oktober laufende Jahr geht Condor davon aus, die Marke von zehn Millionen Fluggästen zu knacken und den Umsatz zu steigern. Die Passagierzahl wird vom Ausbau der Kurz- und Mittelstrecken in Europa getrieben. Diesen musste Condor mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe notgedrungen vornehmen, weil die Lufthansa dem Konkurrenten seit langer Zeit geltende Vorzugskonditionen für Zubringerflüge zum Condor-Drehkreuz Frankfurt gekündigt hatte. Das habe Verlust in zweistelliger Millionenhöhe bedeutet, erklärte Condor-Chef Peter Gerber.
Bis Mai werde das eigene Netzwerk an Städteverbindungen nach Frankfurt auf 13 Ziele erweitert, darunter auch London. Auslastung und Erträge auf der Langstrecke seien wieder da, wo sie zu Zeiten der Kooperation mit der Kranich-Airline lagen.
Suche nach Investor
Im Herbst kann der Condor-Mehrheitseigner Attestor die vom Staat gehaltenen 49 Prozent an der Fluggesellschaft übernehmen. Die öffentliche Hand war durch die Rettung der Airline in der Corona-Pandemie zum Miteigentümer geworden. Condor habe den Kredit der staatlichen Förderbank KfW bereits vorzeitig getilgt.
Attestor ist schon länger auf der Suche nach einem neuen Investor und bevorzuge dabei einen strategischen Partner aus der Luftfahrtbranche, erklärte Gerber. "Natürlich wäre ein großer Airline-Partner für uns eine attraktive Möglichkeit."