Nach Arbeitskampf der PilotenKabinenpersonal der Lufthansa streikt am Freitag

Für Passagiere der größten deutschen Fluggesellschaft kommt es vor dem Wochenende zu erheblichen Beeinträchtigungen. Die Gewerkschaft des Kabinenpersonals ruft zu einem ganztägigen Arbeitskampf bei der Lufthansa und ihrer Tochter Cityline auf.
Der Lufthansa steht der nächste Streik ins Haus: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat die Beschäftigten der Kernmarke Lufthansa und ihrer Zubringergesellschaft Cityline für Freitag zu einem eintägigen Arbeitskampf aufgerufen. Am 10. April sollen von 0.01 Uhr bis 22.00 Uhr alle Abflüge der Lufthansa von Frankfurt am Main und München bestreikt werden, wie die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) ankündigte. Bestreikt werden außerdem, "alle Abflüge der Lufthansa CityLine von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover", wie die Gewerkschaft ankündigte.
In einer Urabstimmung hatten die Kabinenbeschäftigten der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline Ende März mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt. Bei der Kerngesellschaft stimmten rund 94 Prozent für Streiks, bei der Cityline knapp 99 Prozent.
"Wir haben die Osterfeiertage bewusst von Arbeitskampfmaßnahmen ausgenommen, um die Auswirkungen für Reisende so gering wie möglich zu halten. Dass es nun dennoch zu Beeinträchtigungen bei der Rückkehr aus den Ferien kommen kann, ist uns sehr bewusst und wir bedauern das ausdrücklich", hieß es in einer Stellungnahme des Ufo-Vorsitzenden Joachim Vázquez Bürger. Der Streik wäre aus seiner Sicht vermeidbar gewesen - "die Verantwortung liegt bei der Lufthansa, die es bislang nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen".
In dem Konflikt geht es um die Tarifverhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und nach Ufo-Angaben um eine fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen, sagt die Gewerkschaft. Der Flugbetrieb der Regionaltochter soll nach Aussagen des Managements im kommenden Jahr enden. An ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen: Lufthansa City Airlines. Die Gewerkschaft fordert für das Kabinenpersonal unter anderem bessere Planbarkeit der Einsätze und längere Kündigungsfristen.
Tragfähige Lösungen könnten nur im Dialog gefunden werden, mahnte die Lufthansa. Streiks müssten stets das letzte Mittel bleiben, teilte die Airline am Abend mit. "Wir fordern die Gewerkschaft deshalb auf, die Gespräche mit uns wieder aufzunehmen. Wir sind jederzeit dazu bereit." Der erneute Streikaufruf der Gewerkschaft Ufo treffe "unsere Fluggäste inmitten des Rückreiseverkehrs zum Ende der Osterferien besonders hart", hieß es von Lufthansa. Kundinnen und Kunden würden automatisch benachrichtigt, sollte ihr Flug betroffen sein.