Wirtschaft

An den Börsen geht es abwärts Biden will Reichen ans Geld

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Biden will für wohlhabende Amerikaner die Kapitalertragsteuer in etwa verdoppeln.

(Foto: imago images/MediaPunch)

Die Steuerpläne von Joe Biden treffen an den Börsen auf wenig Gegenliebe. Der US-Präsident will Kapitalerträge künftig stärker besteuern - das sorgt für Kursverluste.

US-Präsident Joe Biden will die Steuern für Wohlhabende offenbar deutlich erhöhen. Unter anderem solle im Rahmen des "American Families Plan" die Kapitalertragsteuer für Bürger mit einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Dollar auf 39,6 Prozent fast verdoppelt werden, berichten mehrere Medien. Zusammen mit einer bestehenden, weiteren Abgabe könnte die entsprechende Steuerlast 43,4 Prozent erreichen. Präsidialamtssprecherin Jen Psaki lehnte eine Stellungnahme zu Einzelheiten des Plans ab. Dieser werde kommende Woche vorgestellt, sagte sie. Die Wall Street reagierte auf die Berichte mit deutlichen Abschlägen.

Die US-Regierung will mit den Einnahmen Investitionen in Bereiche wie Bildung und Kinderversorgung finanzieren. Dieses Projekt dürfte früheren Angaben zufolge etwa ein Volumen von einer Billion Dollar haben. Biden hat bereits ein Infrastrukturprogramm mit einem Volumen von 2,3 Billionen Dollar vorgelegt, mit dem sich der Kongress gegenwärtig befasst. Die oppositionellen Republikaner lehnen es ab. Da die Demokraten im Senat nur über die kleinstmögliche Mehrheit verfügen, ist es fraglich, ob Bidens Steuerpläne in dieser Form Gesetz werden können.

Gegenwärtig zahlen US-Bürger höchstens 20 Prozent Kapitalertragsteuer, wenn sie die Papiere für eine gewisse Mindestzeit halten. Eine zusätzliche Steuer von 3,8 Prozent wird bei einem Jahreseinkommen von mehr als 200.000 Dollar erhoben und fließt zum Teil dem von Präsident Barack Obama eingeführten Gesundheitsprogramm zu. Diese Steuer soll den Insidern zufolge bleiben. In den USA erheben Bund und Bundesstaaten ihre Steuern getrennt. Damit können die Abgaben je nach Bundesstaat höher ausfallen.

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An den Börsen sorgten die Pläne für Kursverluste. Paul Nolte von Kingsview Investment Management nannte die Verkäufe eine kurzfristige Reflex-Reaktion. "Jedes Mal, wenn von höheren Steuern oder Kapitalerträgen die Rede ist, werden alle ganz aufgeregt", sagte er. Dann werde erst verkauft und dann nachgedacht. Die Frage sei, wo die Investoren stattdessen ihr Geld unterbringen wollten. Viele würden am Ende einfach wieder Aktien kaufen. Die geplante Steuererhöhung sei längst keine Überraschung, kommentierte Quincy Krosby, Chefstratege bei Prudential Financial, und sprach von einer reflexartigen Reaktion des Marktes. Es sei weniger eine Frage des "ob" oder "wann", sondern des "wie hoch" gewesen. So scheint der Steuersatz auch weiter nicht in Stein gemeißelt.

Quelle: ntv.de, jga/rts

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