Wirtschaft

Erst Spotify, nun die Schwaben Bis zu zwölf Tage mobile Arbeit bei Porsche

93403444.jpg

Auch Mitarbeiter werden es sich künftig unter einem Baum gemütlich machen können - wie hier das Porsche-Logo vor der Konzernzentrale.

(Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Arbeitsmodelle bei Porsche werden ein großes Stück flexibler. Fast zweieinhalb volle Arbeitswochen pro Monat werden Mitarbeiter auch nach der Pandemie ihren Job von Orten ihrer Wahl verrichten können - wenn sie nicht zu den ausgenommenen Gruppen gehören.

Der Sportwagenbauer Porsche stellt seine Arbeitswelt deutlich um und gewährt Mitarbeitern mehr Möglichkeiten für mobiles Arbeiten. Künftig sei es möglich, an bis zu zwölf Tagen im Monat mobil zu arbeiten, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Automobilunternehmens. Betriebsrat und Geschäftsleitung hätten sich entsprechend geeinigt, bestätigte er einen Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

"Uns ist wichtig, dass wir hochmotivierte Mitarbeiter haben", sagte Porsche-Personalvorstand Andreas Haffner der FAZ. "Jeder Mitarbeiter kann arbeiten, wann, wo und wie er will - natürlich immer im Rahmen der betrieblichen und gesetzlichen Vereinbarungen und solange das Arbeitsergebnis stimmt. Er kann im Ferienhäusle in Oberbayern sitzen oder im Café nebenan, das ist uns letztlich egal." Eine Betriebsvereinbarung regelt demnach das Vorhaben. Mit dem Start ins mobile Arbeiten sollen Porsche-Mitarbeiter ein Technik-Paket erhalten, unter anderem mit einem großen Bildschirm.

Produktion und Gastronomie ausgenommen

Einige Bereiche vor allem in der Produktion und Gastronomie seien von der neuen Vereinbarung ausgenommen, teilte Porsche mit. "Aber überall dort, wo es möglich ist, soll es auch genutzt werden", sagte ein Sprecher. Die Vereinbarung sei zwar zum 1. Mai geschlossen worden. Bis mindestens Ende Juni arbeiteten Porsche-Mitarbeiter nach einer pandemiebedingte Ausnahmeregelung aber ohnehin an fünf Tagen in der Woche zu Hause.

Als Folge wird der Sportwagenbauer auch seine Bürowelten verändern. Zunächst soll die Bürofläche um rund ein Fünftel reduziert werden. Bis zum Jahr 2025 will Porsche nur noch für 60 Prozent der Büro-Mitarbeiter einen klassischen Schreibtisch vorhalten und darüber hinaus lediglich temporäre Arbeitsplätze bieten, wie Haffner sagte. Aktuell gilt die Betriebsvereinbarung laut FAZ erst für die Porsche AG mit rund 22.000 Mitarbeitern. Für die Tochtergesellschaften, darunter auch das Werk in Leipzig, werde noch verhandelt.

Porsche ist nicht das erste Unternehmen, das seine Arbeitsmodelle im Zuge der Covid19-Pandemie überdacht hat. Musikstreaming-Marktführer Spotify hatte im Februar angekündigt, dass die Angestellten nach dem Ende der Corona-Pandemie nicht unbedingt ins Büro zurückkehren müssen. Die in Schweden beheimatete Firma nennt ihr Konzept hierzu "Arbeiten von überall". Entsprechend der neuen Firmenpolitik sollen die Spotify-Mitarbeiter ab Sommer im Büro oder Zuhause oder abwechselnd an beiden Orten arbeiten können. Die Entscheidung darüber treffen sie gemeinsam mit ihren Vorgesetzten.

Die Förderung von flexiblem und mobilem Arbeiten kommt aber nicht immer gut an. Kürzlich bekannt gewordene Überlegungen beim Automobilhersteller Opel, seine Beschäftigten auch nach dem Ende der Corona-Pandemie überwiegend im Homeoffice arbeiten zu lassen und einen Großteil der bestehenden Individualarbeitsplätze zu streichen, waren auf scharfe Kritik von Gewerkschaftlern gestoßen.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.