Wirtschaft

Rückenwind aus El Salvador Bitcoin steigt auf Viermonatshoch

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Jeder Händler, der es technisch kann, muss in El Salvador den Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Als erster Staat weltweit führt El Salvador Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel ein. Auch wenn die Skepsis in der Bevölkerung noch groß ist, profitiert der Kurs der Kryptowährung kräftig - und steigt auf den höchsten Stand seit Monaten.

Bitcoin baut seine Gewinne aus den vergangenen Tagen weiter aus und steigt um 0,7 Prozent auf 52.510 Dollar, den höchsten Stand seit rund vier Monaten. Rückenwind kommt aus El Salvador. Das mittelamerikanische Land hat die Kryptowährung offiziell als Zahlungsmittel anerkannt. Mit Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzes am heutigen Dienstag ging El Salvador als erstes Land der Welt diesen Schritt.

Das Gesetz sieht vor, dass jeder Händler Bitcoin als Zahlungsmittel annehmen muss, der technisch dazu in der Lage ist. Auch Steuern können in der Kryptowährung bezahlt werden. Staatspräsident Nayib Bukele verkündete am Montag zudem, das Land habe seine ersten 400 Bitcoin gekauft.

Auf den Tausch von Bitcoin soll in El Salvador, einem Land mit etwa sechs Millionen Einwohnern, keine Kapitalertragsteuer erhoben werden. Den Wechselkurs zum Dollar, der dort anstelle einer einheimischen Währung als offizielles Zahlungsmittel genutzt wird, soll der Markt frei entscheiden. Wer die digitale Geldbörse Chivo herunterlädt, bekommt nach Angaben von Bukele ein Startguthaben im Wert von 30 US-Dollar (25 Euro). Es soll auch 200 Chivo-Geldautomaten geben.

Umfrage: Großteil der Salvadorianer lehnt das Gesetz ab

Bitcoin ist die bekannteste Digitalwährung. Sie wird nicht von einer Zentralbank kontrolliert, sondern durch ein dezentrales, energieintensives Computerverfahren geschaffen. Die Kryptowährung gilt als Spekulationsobjekt und ist heftigen Kursschwankungen unterworfen. Internationale Experten von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds warnten vor Gefahren für die wirtschaftliche Stabilität El Salvadors durch Bitcoin.

Seit 2001 wird in El Salvador der Dollar als Zahlungsmittel benutzt. Dadurch ist das Land von der Geldpolitik der US-Notenbank abhängig. Für das Wirtschaftswachstum der Nation sei es nötig, eine digitale Währung zuzulassen, deren Wert allein von marktwirtschaftlichen Kriterien abhänge, heißt es im Gesetzestext. Zudem haben demnach etwa 70 Prozent der Einwohner keinen Zugang zu traditionellen Finanzdienstleistungen. Viele sind auf Geldsendungen ihrer Angehörigen in den USA angewiesen.

Nach einer landesweiten Umfrage der Universidad Centroamericana mit knapp 1300 Teilnehmern im August lehnen rund 70 Prozent der Salvadorianer das Bitcoin-Gesetz ab. Viele hatten demnach nur ungenaue Vorstellungen von Bitcoin: 4,8 Prozent der Befragten definierten sie korrekt als Kryptowährung.

Quelle: ntv.de, ses/DJ/dpa

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