Wirtschaft

737 Max mit neuen Problemen Boeing droht Grounding bis Jahresende

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Etwa 500 Flugzeuge warten während ihrer Landpartie auf Updates von Boeing.

(Foto: REUTERS)

Die neu entdeckten Probleme an Boeings einstigem Kassenschlager könnten dazu führen, dass Hunderte Flugzeuge dieses Jahr nicht mehr abheben dürfen. Das würde den Airbus-Konkurrenten Geld und Vertrauen kosten. Zu allem Überfluss wird nun auch noch die US-Luftfahrtbehörde ungeduldig.

Dem US-Flugzeugbauer Boeing droht bei seinem Problemflieger 737 Max ein weiterer Rückschlag. Wie mit der Situation vertraute Personen sagten, müssten die Maschinen voraussichtlich bis Ende dieses Jahres am Boden bleiben, nachdem die US-Behörden ein weiteres Sicherheitsrisiko bei den Flugzeugen gefunden hatten. Vor einer Wiederzulassung der Maschinen müsste der Konzern zunächst auch dieses zweite Problem beheben.

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Ein längeres Grounding würde die Flugpläne der Fluggesellschaften sowohl in den USA als auch im Ausland wohl erheblich durcheinander bringen, denn etwa 500 Flugzeuge würden somit monatelang länger als gedacht am Boden bleiben müssen. Damit nicht genug: Industriebeobachter erwarten, dass dadurch für Boeing die Kosten steigen und letztendlich auch der Vertrauensverlust immer gravierender ausfallen wird.

Das neue Problem, das jüngst bekannt wurde, soll Software betreffen, die unabhängig von dem fehlerhaften Flugkontrollsystem MCAS ist. Die fehlerhafte Software steht aber wohl im Zusammenhang mit einer Notfallprozedur, die von Piloten bei Fehlfunktionen des Kontrollsystems genutzt werden kann.

US-amerikanische Luftfahrtbehörde zunehmend verärgert

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat das Problem vergangene Woche bei Tests im Simulator identifiziert. Ein Testpilot der Behörde sei zu dem Schluss gekommen, dass die Ausführung der Prozedur mehr Zeit in Anspruch nehme, als es akzeptabel wäre, sagte eine informierte Person.

Boeing erklärte am Mittwoch, sich um das von den geplanten Veränderungen am MCAS-System nicht abgedeckte Problem zu kümmern. Boeing ist der Ansicht, das Problem mit einer Änderung an der Software beseitigen zu können. Die FAA bezweifelt aber, dass sich das Problem mit einer reinen Softwarelösung lösen lasse, sagten mit der Situation vertraute Personen. So würden Industriekenner davon ausgehen, dass wohl elektronische Bauteile in den Max-Maschinen ausgetauscht werden müssten. Damit würde sich die Wiederzulassung um Monate verschieben.

Nach aktuellem Zeitplan sieht Boeing vor, bis September oder Oktober eine endgültige Version aller erforderlichen Softwareupdates bei der FAA einzureichen. Innerhalb der Behörde sei allerdings durch die neuen Probleme die Frustration über Boeing gewachsen, so ein Informant.

"Systeme von oben nach unten prüfen, bevor die Max wieder fliegen darf"

Unter anderem deshalb betont die Behörde, dass sie keinen konkreten Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme der Max-Flotte habe und dass sie kein grünes Licht geben werde, bis alle Sicherheitsfragen vollständig geprüft und gelöst sind.

Flugkapitän Dennis Tajer, Gewerkschaftssprecher der Piloten von American Airlines, sagte, angesichts der neuen Entdeckungen müsse man sich fragen, ob da nicht noch mehr komme. "Das jüngste Softwareproblem erhöht einfach die Notwendigkeit, die kritischen Flugsicherheitssysteme am Flugzeug von oben nach unten gründlich zu überprüfen, bevor die Max wieder fliegen darf", sagte er.

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Quelle: n-tv.de, lwe/DJ

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