Wirtschaft

Airbus im Januar weit vorne Boeing erstmals seit 1962 ohne Auftrag

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Die Arbeit dürfte Boeing jedoch nicht ausgehen - der Auftragsbestand liegt noch bei mehr als 5000 Maschinen.

(Foto: imago/Xinhua)

Die schlechten Nachrichten für Boeing halten an. Wegen der Probleme mit dem Typ 737 Max brechen die Bestellungen weg. Im Januar kann der US-Flugzeugbauer keinen einzigen Neuauftrag verzeichnen. Und auch bei den Auslieferungen sieht es zuletzt mau aus.

Boeing hat im Januar wegen des 737-Max-Debakels erstmals seit 1962 keinen einzigen Auftrag erhalten. Auch bei den Auslieferungen sah es im vergangenen Monat nicht rosig für den Airbus-Konkurrenten aus. Der US-Konzern brachte lediglich 13 Maschinen an die Kunden, wie der Flugzeugbauer mitteilte. Darunter waren sechs 787 Dreamliner, zwei Maschinen vom Typ 777 sowie militärische Versionen seiner Verkehrsflugzeuge. Im Januar 2019 hatte Boeing netto noch 45 Aufträge erhalten und 46 Flugzeuge ausgeliefert.

Die meisten Kunden halten sich wegen des Flugverbots nach zwei Abstürzen derzeit mit neuen Aufträgen für die 737 Max zurück. Das Max-Debakel hatte dem Flugzeugbauer zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren einen Verlust eingebrockt. Unter dem Strich stand 2019 ein Minus von 636 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte noch ein Gewinn von fast 10,5 Milliarden Dollar in den Büchern gestanden. Insgesamt kostete das Desaster um den einstigen Verkaufsschlager Boeing bisher rund 15 Milliarden Dollar.

Ein kleiner Lichtblick: Bestehende Bestellungen sind laut Boeing nicht storniert worden, sodass weiterhin ein Auftragsbestand über 5393 Maschinen vorliegt. Im vergangenen Jahr hatten Fluggesellschaften rund 200 Max-Maschinen storniert, darunter fünf im Dezember.

Rivale Airbus startet durch

Im Gegensatz zu Boeing startete der europäische Rivale Airbus mit einem kräftigen Auftragsschub ins neue Jahr. Nach Abzug von Stornierungen kamen im Januar Bestellungen über 274 neue Verkehrsjets herein. Das entspricht mehr als einem Drittel der Netto-Bestellungen, die Airbus im Gesamtjahr 2019 eingesammelt hatte.

Doch Boeing hofft, dass die Querelen um das Modell 737 Max bald überwunden sind: Der Flugzeugbauer rechnet mit einer Wiederzulassung bis Mitte 2020. Boeings 737 Max war Mitte März 2019 nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten weltweit mit Flugverboten belegt worden. Ob und wann sie wieder abheben darf, müssen die Aufsichtsbehörden allerdings noch entscheiden. Als wichtigste Ursache der verheerenden Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungsautomatik der Flugzeuge.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ