Wirtschaft

Ende des Jumbo-Jets besiegelt Boeing stellt Produktion der 747 ein

Es ist das Ende einer Ära. Seit mehr als fünf Jahrzehnten fertigt der US-Flugzeugbauer die inzwischen legendäre 747. Nun ist das Aus für das Modell besiegelt.

Es kam nicht ganz unerwartet: Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das zweite Quartal gab der US-Flugzeugbauer Boeing bekannt, dass die Produktion der legendären 747 ab dem Jahr 2022 eingestellt wird. Seit 1968 ist das Flugzeugmodell in Serienproduktion, seit 1970 im Betrieb. Die Boeing 747 mit dem charakteristischen Buckel war lange Zeit das größte Passagierflugzeug der Welt. In der Maschine finden mehr als 600 Menschen Platz. Für viele Fluggesellschaften sind so große Flugzeuge allerdings angesichts des hohen Treibstoffverbrauchs nicht mehr rentabel. Sie setzen auf kleinere Maschinen, die ihnen mehr Flexibilität verschaffen.

Die Geschäftszahlen des Konzerns waren sogar noch schlechter als erwartet: Boeing hat im abgelaufenen Quartal einen höheren Verlust eingefahren als befürchtet. Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden US-Dollar (gut 2 Milliarden Euro), nachdem das Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max ein Jahr zuvor bereits ein Minus von 2,9 Milliarden Dollar verursacht hatte. Der Umsatz ging um ein Viertel auf 11,8 Milliarden Dollar zurück.

Der Umsatz der Verkehrsflugzeugsparte brach um zwei Drittel 65 Prozent auf 1,63 Milliarden Dollar ein, während der Umsatz im Rüstungs-, Raumfahrt- und Sicherheitsgeschäft bei 6,6 Milliarden Dollar nahezu stagniert. Hier hatten die Marktbeobachter etwas mehr erwartet. Die Einnahmen im Bereich Globale Dienstleistungen fielen um 23 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar.

Boeing kündigte weiter an, die Produktionsrate für die 787 im kommenden Jahr auf sechs Maschinen pro Monat zu senken, gegenüber der früheren Planung einer schrittweisen Reduzierung auf sieben Stück pro Monat im Jahr 2022 von zehn Ende 2020. Die Produktionsrate für Flugzeuge des Typs 777 und 777x wurde von drei auf zwei pro Monat gesenkt. Die Fertigung der 737 dagegen dürfte bis Anfang 2022 allmählich auf 31 pro Monat ansteigen.

Quelle: ntv.de, bdk/AFP/rts/DJ