Wirtschaft

Erst 737-Max, dann Corona Boeing streicht rund 7000 Stellen

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Boeing passt sich an eine "neue Realität" an - wohl mit Jobabbau.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit dem Absturz zweier 737-Max-Maschinen mit mehr als 340 Toten steckt Boeing in der Krise. Hinzukommt das Coronavirus, das den internationalen Luftverkehr zum Erliegen bringt. Der US-Flugzeugbauer spricht von einer "neuen Realität" - und jeden zehnten Mitarbeiter entlassen.

Der Flugzeugbauer Boeing will in den USA angesichts der Coronavirus-Pandemie zehn Prozent seiner Stellen in der Passagierflugzeugsparte streichen. Betroffen sein könnten bis zu 7000 Mitarbeiter bei der Produktion der Modelle 787, 777 und 737-Max. Boeing steckte schon vor der Pandemie wegen der Probleme bei der 737-Max in einer schweren Krise.

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Der Konzern beschäftigt im Bundesstaat Washington an der Nordwestküste der USA, wo die meisten seiner Flugzeuge zusammengebaut werden, 70.000 Menschen. Ein Boeing-Sprecher verwies lediglich auf das Anfang April angekündigte Abfindungsprogramm, mit dem Mitarbeiter dazu ermutigt werden sollen, den Konzern freiwillig zu verlassen.

"Anpassen an neue Realität"

Boeing-Chef David Calhoun hatte vor knapp drei Wochen in einer Mitteilung an die Belegschaft erklärt, mit dem Programm solle die "Notwendigkeit" anderer Maßnahmen zur Reduzierung der Beschäftigtenzahl vermieden werden. "Es ist wichtig, dass wir jetzt damit beginnen, uns an die neue Realität anzupassen." Die von der Coronavirus-Pandemie hart getroffene Luftfahrtbranche werde "Zeit benötigen, um sich von der Krise zu erholen", erklärte Calhoun.

Die Coronavirus-Pandemie hat zu einer massiven Streichung von Flügen weltweit geführt. Das stürzt die Fluggesellschaften in eine schwere Krise - und hat damit auch Auswirkungen auf Boeing.

Geld gegen Jobsicherheit

Der Flugzeugbauer war allerdings schon vor der Coronavirus-Pandemie wegen der Sicherheitsprobleme bei der Boeing 737-Max in eine schwere Krise gerutscht. Nach zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs mit insgesamt 346 Todesopfern wurde vor mehr als einem Jahr ein weltweites Flugverbot verhängt. Unklar ist, wann die Maschinen wieder starten können.

Die US-Regierung stellt in der Corona-Krise Milliardenhilfen für betroffene Konzerne bereit. Voraussetzung ist aber, dass Unternehmen nach einem Erhalt von Geldern keine Mitarbeiter entlassen. Boeing wird in den kommenden Tagen Verhandlungen mit dem US-Finanzministerium beginnen.

Quelle: ntv.de, bad/AFP