Wirtschaft

Umsatz fällt um zwei Prozent Boeings "Dreamliner" fliegt trotz Verlust bald wieder

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Neue Boeing 787 sind seit einem Jahr nicht mehr ausgeliefert worden.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Wegen wackliger Lieferketten und Arbeitskräfte-Mangels schreibt Boeing rote Zahlen. Doch eine gute Nachricht gibt der Aktie des Flugzeugbauers Auftrieb: Die Boeing 787 "Dreamliner" kann trotz hoher Reparaturkosten wieder ausgeliefert werden.

Die Boeing 787 "Dreamliner" darf bald wieder abheben. Der Vorstandschef des US-Flugzeugbauers, Dave Calhoun, schrieb an die Belegschaft, man sei in den letzten Zügen der Vorbereitungen auf die ersten Auslieferungen der Langstrecken-Maschinen nach der einjährigen Zwangspause. Im Zwischenbericht hieß es, man sei mit der US-Luftfahrtaufsicht FAA in letzten Abstimmungen. Neue Boeing 787 werden seit einem Jahr nicht mehr ausgeliefert, nachdem in Teilen des Flugzeugs Haarrisse entdeckt worden waren.

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Die Reparaturen dürften Boeing 5,5 Milliarden Dollar kosten. "Wir machen bedeutsame Fortschritte, aber vor uns liegt noch viel Arbeit", fasste Calhoun das Quartal zusammen. Die Aussicht auf Besserung sorgte auch bei Börsianern für Zuversicht: Die Boeing-Aktie legte vorbörslich 3,6 Prozent zu. Probleme in der Rüstungssparte haben Boeing zwischen April und Juni operativ in die roten Zahlen rutschen lassen. Der Verlust lag bei 37 Cent je Aktie; ein Jahr zuvor stand ein Gewinn von 40 Cent zu Buche.

Calhoun bekräftigte aber, dass der Konzern in diesem Jahr keine Mittelabflüsse mehr verkraften müsse und damit kein Geld mehr verliere. Bereits im zweiten Quartal lag der operative Zufluss bei 81 (Vorjahr: minus 483) Millionen Dollar. Analysten hatten sich Sorgen gemacht, weil Boeing - wie die ganze Branche - unter wackligen Lieferketten und Arbeitskräfte-Mangel leidet. "Obwohl wir uns in einem schwierigen Umfeld bewegen, beginnen wir wichtige Meilensteine zu erreichen", schrieb Calhoun.

Produktion von Boeing 737 MAX hochgefahren

Der Konzernumsatz fiel um zwei Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar und war damit schwächer, als Analysten erwartet hatten. Ausschlaggebend für den Quartalsverlust waren Sonderbelastungen von 240 Millionen Dollar in der lukrativen Rüstungssparte, die zwei Drittel ihres Geschäfts mit der US-Regierung macht. Der operative Gewinn der Sparte schmolz um mehr als 90 Prozent auf 71 Millionen Dollar zusammen.

Trotz des Aufwindes in der Luftfahrt nach der Corona-Krise schreibt auch die Verkehrsflugzeug-Sparte von Boeing Verluste - auch wenn diese sich im Quartal fast halbierten. Die Produktion des ehemaligen Sorgenkindes Boeing 737 MAX sei auf 31 Flugzeuge pro Monat hochgefahren worden. Zwei tödliche Abstürze hatten die Flotte weltweit fast zwei Jahre lahmgelegt. Die Produktion liegt aber immer noch weit unter der des Airbus-Konkurrenzprodukts A320/A321, von dem derzeit rund 50 pro Monat gebaut werden. Insgesamt lieferte Boeing zwischen April und Juni 121 Flugzeuge aus.

Quelle: ntv.de, lve/rts

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