Wirtschaft

Aktien mit Verluststrecke Börsenwert deutscher Banken macht Sorge

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Der Börsenwert der beiden größten deutschen Banken hat in den vergangenen Monaten arg gelitten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vieles sei nach der Finanzkrise getan worden, um deren Wiederholung zu verhindern, sagt Finanzstaatssekretär Kukies. Doch die niedrige Bewertung der deutschen Banken machen ihm Sorgen. Das dürfte Spekulationen über eine große Fusion anheizen.

Finanzstaatssekretär Jörg Kukies betrachtet die vergleichsweise niedrigen Börsenwerte deutscher Banken mit Sorge. Zwar sei nach der Finanzkrise schon "sehr vieles getan" worden, um zu verhindern, dass sich Ähnliches wiederhole, sagte Kukies der "Süddeutschen Zeitung". Auf die Frage, was noch getan werden müsse, meinte der frühere Goldman-Sachs-Banker: "Deutsche Finanzinstitute sind gegenwärtig an der Börse ziemlich niedrig bewertet. Es gibt aber auch nach Börsenwert richtig große Banken aus China, den USA oder Frankreich."

Die Deutsche Bank ist an der Börse gerade noch knapp über 15 Milliarden Euro wert, die Commerzbank rund 8 Milliarden Euro. Auf die Frage, ob er die Gefahr sehe, dass Deutsche Bank oder Commerzbank von größeren Konkurrenten übernommen werden könnten, antwortete Kukies: "In der Finanzwelt werden solche Entscheidungen von den Aktionären und Vorständen der Unternehmen getroffen, der Staat setzt den Rahmen."

Seit Sommer werben Kukies, der zuvor Deutschlandchef der US-Bank Goldman Sachs war, und SPD-Bundesfinanzminister Olaf Scholz dafür, dass Europas größte Volkswirtschaft stärkere Banken brauche. Das nährt auch Spekulationen, die Politik dringe auf eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank.

Die Bundesregierung steht nach eigenem Bekunden "wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber". Der Bund ist mit gut 15 Prozent größter Einzelaktionär der Commerzbank. Kukies bestätigte, dass er im vergangenen Jahr 23 Mal mit Vertretern der Deutschen Bank gesprochen habe. "Mehr sage ich aber nicht dazu, sorry", fügte er hinzu.

Herbe Verluste bei den Aktien

Die Deutsche Bank hatte 2018 nach drei Verlustjahren in Folge wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das Konzernergebnis lag bei 341 Millionen Euro nach einen Nettoverlust von 735 Millionen Euro im Vorjahr. Der Aktienkurs ist in den gut zehn Monaten, seitdem Sewing auf dem Chefsessel Platz genommen hat, allerdings um gut ein Drittel in die Knie gegangen.

Die Commerzbank versiebenfachte ihren Nettogewinn im Jahr 2018 sogar auf 865 Millionen Euro - mehr als das Doppelte der Deutschen Bank. Im Vorjahr hatten Kosten für den Abbau Tausender Stellen die Commerzbank belastet. Der Aktienkurs der Commerzbank hat in den vergangenen zwölf Monaten rund die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Ende September 2018 war die Coba-Aktie aus dem deutschen Leitindex Dax geflogen und in den MDax abgestiegen.

Quelle: ntv.de, kst/dpa