Wirtschaft
Im Gegensatz zum Zulieferer Continental AG wird Bosch nach aktueller Einschätzung in diesem Jahr ein Umsatzplus schaffen.
Im Gegensatz zum Zulieferer Continental AG wird Bosch nach aktueller Einschätzung in diesem Jahr ein Umsatzplus schaffen.(Foto: dpa)
Freitag, 14. September 2018

Technologie der Zukunft: Bosch will keine Batteriezellen herstellen

Autozulieferer Bosch hat keine Ambitionen in die Fertigung von Batteriezellen einzusteigen. Auch hohe Subventionen werden an dieser Entscheidung nichts ändern, heißt es aus dem Konzern. Für Autohersteller könnte sich eine Batteriezellenfabrik allerdings lohnen.

Der Autozulieferer Bosch hat sich klar gegen den Einstieg in die Fertigung von Batteriezellen entschieden. Es habe die Gefahr bestanden, dass die etablierten asiatischen Batteriehersteller versucht hätten, Bosch auszubremsen, erklärt Rolf Bulander, Geschäftsführer der Bosch-Mobility-Sparte, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Das ist ein üblicher Mechanismus: Marktteilnehmer mit einem großen Volumen können in der Regel aufgrund der Skaleneffekte Neueinsteiger in Schach halten", sagte Bulander. Um gegen solche Mechanismen agieren zu können, helfe eine integrierte Wertschöpfungskette, wie man das etwa an Tesla beobachten könne. Der E-Auto-Pionier, der mit Technologie von Panasonic eine eigene Batteriezellproduktion aufgebaut hat, nutzt die Kapazitäten für die eigenen Fahrzeugen. "Kostennachteile in der Zellfertigung kann man im Idealfall über den Fahrzeugpreis kompensieren", erklärte Bulander.

Diese Logik könnte sich auf Fahrzeughersteller, die größer sind als Tesla, zwangsläufig übertragen lassen, beispielsweise auf VW. Auf die Frage, ob VW eine Batteriezellfabrik bauen müsste, antwortete Bulander: "Das kann nur VW entscheiden. Ich habe nur versucht, den Mechanismus zu erklären. Aber das Volumen von VW dürfte groß genug sein, um selbst Batteriezellen wirtschaftlich zu fertigen."

Entscheidung steht fest

An der eigenen Entscheidung gegen die Fertigung von Batteriezellen werde nicht mehr gerüttelt, machte Bulander deutlich. Auch von hohen Subventionen - wie sie zuletzt von Wirtschaftsminister Altmaier ins Gespräch gebracht wurden - sollte man solche Entscheidungen nicht abhängig machen.

Im Gegensatz zum Zulieferer Continental AG, der angekündigt hat, die ursprünglichen Geschäftserwartungen nicht erfüllen zu können, wird Bosch nach aktueller Einschätzung in diesem Jahr ein Umsatzplus "ein paar Prozentpunkte über dem Marktwachstum" schaffen: "In den vergangenen Jahren konnten wir die richtigen Projekte akquirieren - das kommt uns jetzt zugute."

Quelle: n-tv.de