Wirtschaft

Branche fordert PreisbremseSpediteure warnen vor Preisschub durch teuren Diesel

29.03.2026, 09:45 Uhr
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Lastwagen stehen auf dem Parkplatz an der Autobahn A45: Tanken macht derzeit keinen Spaß. (Foto: picture alliance / Rene Traut Fotografie)

Steigende Dieselpreise setzen Spediteure unter Druck. Sie fordern eine Preisbremse. "Die Belastungen schlagen unmittelbar durch", heißt es. Die Warnung ist deutlich: Zwangsläufig wird die Entwicklung Verbraucher treffen.

Der starke Anstieg der Dieselpreise belastet das Speditionsgewerbe erheblich. Seit Beginn des Iran-Kriegs sei der Preis um rund 40 Cent pro Liter gestiegen, sagte Dirk Engelhardt. Dem Chef des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) zufolge ergben sich bei einer monatlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern und einem Verbrauch von 30 Litern pro Kilometer für einen Lkw Mehrkosten von rund 1200 Euro pro Monat. Bei einer Flotte von 50 Fahrzeugen summiere sich dies auf mehr als 700.000 Euro im Jahr. "Dass dies früher oder später Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben könnte, ist naheliegend", betont Engelhardt.

Die Transportbranche fordert angesichts der stark gestiegenen Dieselpreise kurzfristige staatliche Entlastungen. Nötig sind laut Engelhardt schnelle und unbürokratische Maßnahmen, um die Liquidität der Unternehmen zu sichern und Lieferketten aufrechtzuerhalten.

Der BGL fordert unter anderem eine Dieselpreisbremse, um die Belastung der Betriebe zu begrenzen und Insolvenzen im Mittelstand zu verhindern. Der Verband kann sich außerdem eine Erstattung der CO2-Abgabe auf Diesel oder eine Aussetzung der CO2-Komponente der Lkw-Maut vorstellen, um die Kosten zu senken. Entscheidend sei, dass die Maßnahmen zielgerichtet und direkt bei den Transportunternehmen ankommen, heißt es.

Zur Absicherung gegen Preisschwankungen setzen viele Unternehmen dem BGL zufolge auf sogenannte Dieselfloater. Das sind einzelvertraglich vereinbarte Preisgleitklauseln, die in beide Preis-Richtungen wirken. Diese greifen laut Verband jedoch oft verzögert und können die aktuellen Belastungen nur begrenzt abfedern. "Viele kleine Transportunternehmen hingegen verfügen erst gar nicht über derartige Absicherungsmechanismen", sagt BGL-Chef Engelhardt. "Die Kosten schlagen dort unmittelbar durch."

Neue Regeln für Tankstellen kommen

Bundestag und Bundesrat haben unter der Woche bereits ein Maßnahmenpaket gegen hohe Spritpreise verabschiedet. Damit treten schärfere Regeln für Preiserhöhungen an Tankstellen in Kraft. Spritpreisänderungen teils im Stundentakt, wie sie bislang an der Tagesordnung waren, wird es dann nicht mehr geben: Künftig dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich erhöhen, und zwar um 12 Uhr mittags. Preissenkungen sind jederzeit möglich.

Außerdem bekommt das Bundeskartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise. Unternehmen müssen künftig darlegen, dass Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind. Dadurch soll es für das Kartellamt deutlich leichter werden, gegen überhöhte Spritpreise vorzugehen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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