Wirtschaft

Ausgleichszahlung übernommen Brandenburg hilft Tesla mit SED-Geld

Das Baugelände der Tesla-Autofabrik östlich von Berlin (Luftaufnahme mit einer Drohne). Foto: Patrick Pleul/dpa/Archivbild

In Grünheide will der E-Auto-Konzern jährlich rund 500.000 Exemplare der kompakten Reihen Model 3 und Model Y bauen.

(Foto: Patrick Pleul/dpa/Archivbild)

Das Bauvorhaben von Tesla in Grünheide ist ein großer Eingriff in die Natur. Solche Projekte müssen oft kompensiert werden, etwa mit Aufforstungsprojekten. Für den Elektroauto-Pionier fallen deswegen satte zwölf Millionen Euro an - den Großteil davon muss das Unternehmen aber nicht selbst zahlen.

Für die Errichtung einer Fabrik im brandenburgischen Grünheide muss der US-Elektroautobauer Tesla laut dem Baugesetzbuch eigentlich eine Ausgleichszahlung leisten. Diese soll gewährleisten, dass der Bau an einer anderen Stelle ökologisch kompensiert wird. Die Kosten belaufen sich inzwischen auf rund zwölf Millionen Euro.

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Wie der "Business Insider" berichtet, hat der Konzern diese Summe aber nicht selber gezahlt, sondern kräftig Unterstützung von der brandenburgischen Regierung bekommen, die rund acht Millionen Euro übernommen habe. Das Geld soll die Regierung aus einem Fonds genommen haben, in dem das Vermögen der ehemaligen Regierungspartei der DDR, der SED, steckt. Das Portal beruft sich auf eine kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Christian Görke und Thomas Domres.

Tesla-Chef Elon Musk war gestern in Berlin gelandet und hat sich mit Vertretern der brandenburgischen Landesregierung getroffen. "Sehr entspanntes abendliches Treffen", twitterte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach zu einem Foto von Musk im schwarzen T-Shirt und mit Halstuch. Demnach waren auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und Musks Familie bei dem Treffen dabei. "Wir haben uns vertrauensvoll über die noch anstehenden Aufgaben ausgetauscht", schrieb Steinbach.

Tesla baut in Grünheide bei Berlin nahe dem Flughafen der Hauptstadt eine Autofabrik. Dort will der E-Auto-Pionier jährlich rund 500.000 Exemplare der kompakten Reihen Model 3 und Model Y bauen. Ursprünglich wollte das Unternehmen bereits im Juli die Produktion beginnen. Inzwischen steht das Jahresende als Termin im Raum. Am Freitag ist ein Besuch von Unionskanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet in der Tesla-Fabrik geplant.

Gegen den Bau der Fabrik sind nach der erneuten öffentlichen Auslegung der Pläne laut Umweltminister Axel Vogel bislang 44 Einwendungen beim Brandenburger Landesamt für Umwelt (LfU) eingegangen. Die Frist für Einwendungen ende allerdings erst am 19. August. Bei der ersten Auslegung der Unterlagen im vergangenen Jahr seien 373 Einwendungen eingegangen und bei einer zweiten Auslegung 110. Nach dem Ende der Frist werde das LfU entscheiden, ob es einen weiteren öffentlichen Erörterungstermin geben werde, erklärte der Minister.

Quelle: ntv.de, jki

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