Wirtschaft

Deutsche sorgen sich um Jobs Brexit und Terror könnten Kauflust bremsen

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Die Kassen klingeln noch - aber die Skepsis der Verbraucher wird größer.

(Foto: dpa)

Ende Juni stimmten die Briten für einen EU-Ausstieg. Die Deutschen machen sich nun laut einer GfK-Studie Sorgen um Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze. Auch die Terrorgefahr könnte sie vom Gang in die Geschäfte abhalten.

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(Foto: dpa)

Mit dem Brexit-Votum sorgen sich auch Verbraucher zunehmend um die Zukunft der deutschen Wirtschaft - und ihre eigenen finanziellen Aussichten. Denn viele Bundesbürger rechneten wegen des geplanten EU-Ausstiegs Großbritanniens in den kommenden Monaten mit einem gebremstem Wirtschaftswachstum in Deutschland, berichtete das Marktforschungsunternehmen GfK in seiner Konsumklimastudie für Juli. Entsprechend werde der Konsumklimaindex im August von 10,1 Punkten auf 10,0 Zählern sinken.

Mit dem wachsenden Konjunkturpessimismus kalkulierten viele Verbraucher auch nicht mehr mit so hohen Einkommenszuwächsen wie bisher. Dennoch liege der Indikator für die Einkommenserwartung mit 49,7 Punkten - nach 59,6 Punkten im Juni - immer noch auf hohem Niveau, betonte die GfK. Tatsächlich gebe es derzeit kaum einen Grund, sich über sein künftiges Einkommen zu sorgen, unterstrich das Unternehmen. Die Arbeitsplätze der meisten Deutschen seien sicher, Renten und Gehälter zuletzt spürbar gestiegen und die Inflation sei niedrig.

Unkalkulierbar sind dagegen derzeit die Auswirkungen der jüngsten Terroranschläge auf die Verbraucherstimmung. GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl schließt nicht aus, dass die Angst vor Terror und Amokläufen die Kauflust der Bundesbürger bremsen könnte. "Ich denke, der eine oder andere wird in der nächsten Zeit größere Menschenansammlungen meiden. Das könnte dann vor allem Läden in den Innenstädten treffen", sagte er. Viele dürften zumindest vorübergehend stärker Angebote des Online-Handels nutzen.

Konsumlust ungebrochen

Noch stärker werde die Verbraucherstimmung in Deutschland von der Lage auf dem Arbeitsmarkt abhängen, stellt Bürkl klar. Solange die weiter gut sei, sei ihm auch um das Konsumklima nicht bange. Dabei spielt nach Bürkls Erfahrung weniger die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in seiner Gesamtheit eine Rolle. "Ob Menschen weiterhin zu größeren Anschaffungen bereit sind, hängt in viel größerem Maße davon ab, ob die Menschen um ihren persönlichen Job bangen müssen", gibt er zu bedenken.

Das sei wohl auch der Grund, dass im Juli die Konsumlust trotz Konjunkturskepsis weiter groß gewesen sei. Der Indikator für die Anschaffungsneigung kletterte um einen Punkt auf 55,4 Zähler. "Offenbar kann auch die Brexit-Entscheidung die Konsumneigung nicht nachhaltig beeinträchtigen", stellte die GfK fest. Ob das so bleibt, hängt nach Bürkls Ansicht davon ab, wie der Brexit-Prozess verläuft. Wichtig sei jetzt ein klarer Ausstiegsplan der Briten, der auch Verbrauchern Planungssicherheit bei größeren Anschaffungen gebe.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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