Wirtschaft

Neue Postverordnung Briefzustellung an Montagen auf der Kippe

130601122.jpg

An Montagen könnte der Postbote künftig nur noch für Firmenpost unterwegs sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Montags könnten künftig bald keine Briefe mehr im Kasten landen. Die Deutsche Post zieht in Erwägung, am ersten Tag der Woche keine private Post mehr zuzustellen. Grund für die Überlegungen ist eine neue Verordnung.

Die Deutsche Post denkt darüber nach, Briefe an private Adressen nur noch an fünf statt sechs Wochentagen zuzustellen. Für das Unternehmen stelle sich die Frage, "ob wir in Deutschland am Montag eine flächendeckende Briefzustellung brauchen", sagte Vorstandsmitglied Tobias Meyer der "Welt".

Die Zustellung von Firmenpost auch am Montag sei sicherlich sinnvoll, doch bei privater Post sei dies fraglich, konstatierte Meyer, der im Vorstand für das Brief- und Paketgeschäft zuständig ist. Geregelt werden die Zustellungstage in der sogenannten Post-Universaldienstverordnung, die gerade zur Novellierung ansteht.

Die Post befindet sich derzeit in Tarifgesprächen für ihre rund 140.000 Beschäftigten. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi legten allein am Samstag rund 4900 Post-Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in 14 Bundesländern die Arbeit nieder. Nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt habe es keine Warnstreiks gegeben, sagte ein Verdi-Sprecher. Damit haben sich laut Gewerkschaft in den vergangenen Tagen bislang insgesamt mehr als 11 000 Beschäftigte an über 300 Standorten im gesamten Bundesgebiet an den Warnstreikmaßnahmen beteiligt.

Verdi fordert in der Auseinandersetzung 5,5 Prozent mehr Geld für 140 000 Beschäftigte und begründet dies unter anderem mit guten Geschäften dank des Paketbooms im Online-Handel. Die Post hält so eine Tariferhöhung für zu hoch, sie verweist auf Einbußen bei der Werbepost und auf die insgesamt schwächelnde Konjunktur wegen Corona. Meyer sagte dazu, ein derart hoher Abschluss wäre "verantwortungslos". Verdi dürfe nicht ausblenden, dass die Post im ersten Halbjahr in der Briefmenge mit elf Prozent ihren bislang stärksten Einbruch erlebt habe. Am 21. September wollen die Arbeitgeber und die Arbeitnehmervertreter ihre Verhandlungen fortsetzen.

Quelle: ntv.de, bea/AFP/dpa