Wirtschaft

Größtes Minus in G7-Gruppe Britische Wirtschaft bricht beispiellos ein

231056250.jpg

Die britische Wirtschaft erlebte 2020 einen Einbruch wie seit beinahe 100 Jahren nicht.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Großbritannien verzeichnet im ersten Corona-Jahr einen historischen Einbruch seiner Wirtschaft. Das Land litt besonders unter den Lockdowns und seiner Ausrichtung auf Dienstleistungen. Premier Johnson will im Zuge der Impfkampagne die Konjunktur nun wieder hochfahren.

Die britische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr unter den Corona-Belastungen massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel um 9,9 Prozent niedriger aus als im Jahr zuvor, wie die Statistikbehörde in einer ersten Schätzung mitteilte. Im Gesamtjahr gingen sowohl die Haushaltsausgaben als auch die Unternehmensinvestitionen stark zurück. Das ist der größte Rückgang innerhalb der Gruppe der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7). Frankreichs Wirtschaft schrumpfte um 8,3 Prozent, Italiens um 8,8 Prozent und die deutsche Volkswirtschaft um 5,0 Prozent. Der britische Wirtschaftseinbruch folgt auf ein Wachstum von 1,4 Prozent im Jahr 2019.

Obwohl Großbritannien mit einer neuen, hochansteckenden Variante des Coronavirus zu kämpfen hat, hofft Premierminister Boris Johnson, dass eine rasche Impfkampagne in den kommenden Monaten eine allmähliche Wiederbelebung der Wirtschaft ermöglicht und den Weg für einen schnellen Aufschwung ebnet. Allerdings ist es für das Land das erste Jahr nach dem Austritt aus der EU und dem Ende der Übergangszeit.

Großbritanniens Wirtschaft war im zweiten Quartal des Jahres besonders hart getroffen worden, als eine landesweite Abriegelung in Kraft trat. Die britische Wirtschaft stützt sich stärker auf Dienstleistungen, die oft einen persönlichen Kontakt erfordern, als andere vergleichbare Volkswirtschaften. Im vierten Quartal war die britische Wirtschaft unterdessen stärker als erwartet gewachsen. Das BIP legte auf Quartalssicht um ein Prozent zu.

In Großbritannien wurde im Januar wieder eine Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung der neuen Variante einzudämmen, was in den ersten drei Monaten des Jahres eine weitere Kontraktion verursachen dürfte. Eine Impfaktion hat bisher mehr als 13,5 Millionen Menschen erreicht, etwa ein Fünftel der Bevölkerung. Johnson will noch in diesem Monat Pläne für eine schrittweise Wiedereröffnung der Wirtschaft vorlegen.

*Datenschutz

Der BIP-Rückgang 2020 war einer der größten in der britischen Geschichte. Das Statistikamt erklärte, es sei der größte Rückgang in den Aufzeichnungen gewesen, die bis 1948 zurückreichen. Daten der Bank of England zeigten, dass die Wirtschaft zuletzt 1921 während der Depression, die auf den Ersten Weltkrieg folgte, einen größeren Rückgang verzeichnet hat.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/dpa