Wirtschaft

Für mehr als 35 Millionen Euro British-Airways-Mutter IAG kauft Niki-Teile

Nun ist es offiziell: Die spanisch-britische Holding IAG übernimmt zu großen Teilen die insolvente frühere Air-Berlin-Tochter Niki. Damit wird der vormalig profitabelste Teil von Air Berlin in letzter Minute gerettet.

Die insolvente Fluggesellschaft Niki geht zu großen Teilen an die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia. Die spanisch-britische Holding International Airlines Group (IAG) bestätigte, dass sie die österreichische ehemalige Air-Berlin-Tochter für 36,5 Millionen Euro übernehmen werde.

IAG
IAG 6,62

Davon gehen 20 Millionen an die Gläubiger von Niki, 16,5 Millionen bekommt die Fluggesellschaft selbst als Finanzspritze. Der neue Eigentümer bekommt dafür 15 Airbus-A320-Maschinen sowie Landerechte an den Flughäfen Wien, Düsseldorf, München, Palma de Mallorca und Zürich. Niki soll in dem spanischen Billigflieger Vueling aufgehen, der ebenfalls zu IAG gehört. 740 der rund 1000 Niki-Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Eigentlich wollte Insolvenzverwalter Lucas Flöther Niki an die Lufthansa verkaufen. Nach erheblichen Widerständen der EU-Wettbewerbshüter bezüglich möglicher Monopolstrecken zog die deutsche Nummer eins aber ihre Offerte zurück. Von der Genehmigung durch die EU-Wettbewerbshüter macht auch IAG das Zustandekommen der Niki-Übernahme abhängig. Diese gilt aber als wahrscheinlich.

IAG-Chef Willie Walsh sagte zu dem Geschäft: "Niki war der wirtschaftlichste Teil von Air Berlin und die Ausrichtung auf den Freizeitbereich passt perfekt zur Strategie von Vueling." Diese Einigung erlaube Vueling, seine Präsenz in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu verstärken.

Niki drohte das Geld auszugehen

Flöther und IAG standen bei der Einigung unter starkem Zeitdruck. So sollte der Niki-Verkauf nach bisheriger Planung bis zum Sonntag unter Dach und Fach sein. Hintergrund ist, dass die Airline ansonsten Gefahr läuft, die Betriebserlaubnis und damit die wertvollen Start- und Landerechte, die sogenannten Slots, an den Flughäfen zu verlieren. Zudem drohte Niki das Geld auszugehen.

Die Tochtergesellschaft der seit Monaten insolventen Air Berlin hatte vor zwei Wochen Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. Ursprünglich hatten sich sechs Bieter verbindlich um den Kauf der Niki bemüht. Am Donnerstag legte sich der Gläubigerausschuss schließlich darauf fest, nur noch mit IAG als einzigem Bieter weiterzuverhandeln.

Quelle: n-tv.de, lou/ghö/rts/dpa

Mehr zum Thema