Wirtschaft

Chip-Hersteller im Aufwind Broadcom beeindruckt Börsianer

RTX2UWJC.jpg

Starke Zahlen nach US-Börsenschluss: Die Aktien von Broadcom ziehen an.

(Foto: REUTERS)

Das Veto von US-Präsident Trump scheint den Geschäften nicht zu schaden, im Gegenteil: Beim Hightech-Konzern Broadcom sprudeln im dritten Quartal die Gewinne. Die Prognose übertrifft die Erwartungen. Der Umsatz dürfte demnach weiter anschwellen.

Die starke Nachfrage nach Computerchips für Datenzentren treibt Gewinn und Umsatz beim Halbleiterhersteller Broadcom in die Höhe. Die Erlöse stiegen im dritten Quartal von 4,46 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf aktuell 5,06 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Vorabend nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Gewinn schnellte von 481 Millionen auf 1,2 Milliarden Dollar nach oben.

Im nachbörslichen Handel legte die an der Nasdaq notierte Broadcom-Aktie 3,7 Prozent zu. Broadcom hatte nach dem Veto von US-Präsident Donald Trump im März die zuletzt 117 Milliarden Dollar schweren Übernahmepläne für den US-Rivalen Qualcomm aufgegeben. US-Präsident Donald Trump hatte den teuersten Zukauf aller Zeiten in der Chipindustrie blockiert, weil er die nationale Sicherheit gefährdet sah.

Der Ausblick des Unternehmens verspricht Anlegern weiter wachsende Geschäfte: Für das laufende Quartal kalkuliert Broadcom mit einem Umsatz von 5,40 Milliarden Dollar plus oder minus 75 Millionen Dollar. Damit übertrifft die Prognose der Konzernführung die Markterwartungen. Analysten gingen in ihren Schätzungen zum Jahresumsatz bei Broadcom im Schnitt von 5,35 Milliarden Dollar aus.

Broadcom und Qualcomm beliefern unter anderem auch Mobiltelefon-Hersteller mit Prozessoren. Der iPhone-Anbieter Apple zählt für Broadcom zu den wichtigsten Kunden. Bei Technologien für den kommenden Mobilfunkstandard 5G gilt Broadcom als führend. Widerstand gegen die von Broadcom geplante Fusion der beiden Schwergewichte gab es nicht nur aus Washington, sondern auch aus China. Auch dort zählt die Herstellung von Halbleitern zu den Schlüsselindustrien.

Politisch heikel US-Sicht war vor allem, dass der einstige Hewlett-Packard-Ableger seine Geschäfte aus Asien heraus steuerte und einzelne Tochterunternehmen enge Verbindungen nach China unterhalten. Befürchtet wurde unter anderem, dass wirtschaftlich bedeutsame Hightech-Patente unter chinesischen Einfluss geraten könnten. Der Konzernsitz von Broadcom lag bis zuletzt in Singapur. Im Frühjahr verlegte der Konzern die Zentrale zurück in die USA.

Quelle: ntv.de, mmo/rts