Im Jahr 2025 pro Kopf 222 EuroBund investiert zuletzt mehr Geld ins marode Schienennetz

Aus Bundesmitteln fließen 2025 rechnerisch pro Einwohner 24 Euro mehr in die Schienen-Infrastruktur als ein Jahr zuvor. Eigene Auswertungen des Bahnkonzerns zeigen jedoch, dass die Gleise trotz Milliarden-Finanzspritze weiter ein Sanierungsfall bleiben.
Der Bund hat im vergangenen Jahr 222 Euro pro Kopf in das Schienennetz investiert. Das geht aus einer Auswertung des Interessenverbands Allianz Pro Schiene und der Unternehmensberatung SCI Verkehr hervor. Die Investitionen stiegen damit erneut deutlich, 2024 lagen die Pro-Kopf-Ausgaben noch bei 198 Euro. Die Allianz pro Schiene appelliert an die Bundesregierung, das hohe Niveau dauerhaft zu sichern und insbesondere für den Kapazitätsausbau im Schienennetz langfristig mehr Mittel bereitzustellen.
"Investitionen ins Schienennetz dürfen nicht Jahr für Jahr davon abhängig gemacht werden, wie viel im Bundeshaushalt übrig bleibt. Der Bund muss endlich eine verlässliche Finanzierung über mehrere Jahre aufbauen, wie es etwa in der Schweiz seit vielen Jahren der Fall ist", sagte Verbandsgeschäftsführer Dirk Flege.
Das Schienennetz in Deutschland ist trotz der Milliarden-Investitionen weiterhin in einem schlechten Zustand. Nach Angaben der für die Infrastruktur zuständigen Bahn-Tochter DB InfraGo wurden 2025 rund 26.000 Baustellen umgesetzt. Die Zustandsnote des Netzes blieb dadurch laut dem aktuellsten Bericht bei 3,0. Der Zustand des Netzes wird jedes Jahr mit Schulnoten bewertet. Alle Anlagen mit einer Note von 4 oder schlechter gelten in dem Bericht, den die Bahn selbst erstellt, als erneuerungsbedürftig.
Neben altersbedingtem Verschleiß setzt auch die mutwillige Zerstörung der Infrastruktur der Bahn zuletzt massiv zu: Die Deutsche Bahn ist einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge in diesem Jahr bereits in 2200 Fällen zum Ziel für Saboteure geworden. Das seien sieben Prozent mehr Vorfälle als im Vorjahreszeitraum, wie aus einem internen Lagebild hervorgehe, aus dem die Zeitung zitierte.
Neue Konkurrenz für ICE
Ab 2028 will der italienische Bahnkonzern Italo der Bahn hierzulande mit ICE- und Intercity-Zügen in Metropolen Konkurrenz machen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hält mehr Wettbewerb im Bahn-Fernverkehr aus Sicht der Fahrgäste für eine gute Sache. Allerdings müsse sichergestellt sein, dass dadurch die Anbindung in der Fläche nicht leide. "Ich möchte natürlich nicht, dass es ein Unternehmen gibt, das sich nur lukrative Strecken raussucht und mit den lukrativen Strecken viel Geld verdient und es an anderen Stellen im Netz und in der Verbindung ein Problem gibt", sagte der Verkehrsminister .
Die Italo-Pläne sehen vor, zunächst die Strecken München-Frankfurt-Köln-Dortmund im Stundentakt und München-Berlin-Hamburg alle zwei Stunden zu fahren. Italo will dafür 30 Hochgeschwindigkeitszüge für 56 tägliche Zugverbindungen ab dem Frühjahr 2028 auf die Gleise schicken. "Wenn sich das System komplett umkehrt, und das im großen Stile nicht mehr der Fall wäre, dann wäre das eine Marktentwicklung, bei der man überlegen muss: Kann ich das verändern? Muss ich das verändern?", betonte Schnieder.