Wirtschaft

Großauftrag für Drägerwerk Bund ordert 10.000 Beatmungsgeräte

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Intensivbeatmungsgerät Dräger Evita V300 beim Transport

(Foto: Drägerwerk AG & Co. KGaA)

Die Bundesregierung macht ernst und beteiligt sich an der Aufstockung der Krankenhauskapazitäten. Zur Behandlung möglicherweise vieler ernsthafter Corona-Erkrankungen stockt sie die Ausstattung der Spitäler mit Beatmungsgeräten auf.

Der Lübecker Medizintechnikkonzern Drägerwerk hat von der Bundesregierung einen Großauftrag zur Lieferung von 10.000 Beatmungsgeräten erhalten. Die Abwicklung des Auftrages werde sich über das ganze Jahr erstrecken, teilte das Lübecker Unternehmen mit. Außerdem liefere das Unternehmen an die Bundesregierung auch persönliche Schutzausrüstung für das Personal in Krankenhäusern. Am Vorabend hatte die Bundesregierung als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus angekündigt, die Beatmungskapazitäten in Deutschland deutlich auszubauen.

"Das ist der größte Auftrag, den wir je hatten", sagte ein Dräger-Sprecher. "Wir müssen die Kapazitäten erweitern." Derzeit gingen auch von anderen Kunden viele Bestellungen ein und das Unternehmen wäge ab, wen man wann bediene. Natürlich könne die Bundesregierung den Konzern zwingen, sie zuerst zu beliefern. "So etwas gibt es aber momentan nicht."

Dass eine Regierung direkt beim Unternehmen bestelle, sei sehr ungewöhnlich. Normalerweise seien Krankenhäuser und Kliniken die Kunden, hieß es. Am Vortag hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gesagt, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zum Teil selbst bei Unternehmen anrufe. Ob dies in diesem Fall auch so war, ist nicht klar.

Auf die wirtschaftliche Lage von Dräger und das Ergebnis wirkten sich die Aufträge positiv aus. Die Größenordnung der Wirkung nach Abzug aller Kosten und Risiken im Gesamtunternehmen könne derzeit noch nicht sicher abgeschätzt werden, teilte der Konzern mit.

Derweil berichtete der "Tagesspiegel", die Berliner Charité beschafft 100 zusätzliche Beatmungsgeräte. Die landeseigene Charité ist mit 3000 Betten und über 4200 Ärzten und Wissenschaftlern sowie knapp 300 Professoren eine der größten Universitätskliniken Europas.

Deutschlands Krankenhäuser verfügen über insgesamt 28.000 Betten auf Intensivstationen. Hinzu kommen 500.000 Krankenhausbetten, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte. In Europa sei dies "absolute Spitze". Nun würden die Krankenhäuser aufgefordert, mehr Betten in Intensivbetten umzuwandeln, um auf eine wachsende Anzahl von Fällen vorbereitet zu sein.

Quelle: ntv.de, jwu/rts