Wirtschaft

Einstige HRE-Tochter am Abgrund Bund verkauft die Depfa nach Österreich

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Der HRE-Abwickler FMS hat die Depfa nach Österreich verkauft.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Depfa-Bank als Tochter der HRE schickte eins Teile des Finanzsystems an den Abgrund. Erst der massive Einstieg des Staates verhinderte den Kollaps. Fast eineinhalb Jahrzehnte später kann unter einem Teil des Kapitels ein Schlussstrich gezogen werden - mit guten Nachrichten für den Steuerzahler.

Vor einem Jahrzehnt hatte die in Dublin ansässige Depfa Bank ihre Muttergesellschaft Hypo Real Estate (HRE) in den Abgrund gerissen - jetzt hat die bundeseigene HRE-Abwicklungsanstalt FMS den Verkauf der Depfa an die Wiener Bankengruppe Bawag vollzogen. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Aber der Gesamtertrag der Abwicklung übersteige den einstigen Kaufpreis um ein Mehrfaches, teilte die FMS in München mit.

Die Entscheidung, die Depfa unter Führung der FMS abzuwickeln, "hat sich als richtig und sehr erfolgreich erwiesen", sagte FMS-Vorstandschef Christoph Müller. Die eigenen Erwartungen seien deutlich übertroffen worden. "Mit dem Verkauf der Depfa-Gruppe vollzieht die FMS Wertmanagement einen weiteren wichtigen Schritt bei der Bewältigung der Folgen der Finanzkrise", sagte Finanzstaatssekretär Jörg Kukies.

Die HRE hatte die in Dublin ansässige Depfa kurz vor der internationalen Finanzkrise 2007 gekauft. Die Depfa war spezialisiert auf öffentliche Anleihen und die Finanzierung öffentlicher Projekte. Diese Papiere haben zum Teil jahrzehntelange Laufzeiten. Die Depfa refinanzierte diese Langläufer durch kurzfristige Kredite. Als die Kreditvergabe unter den Banken in der Finanzkrise 2008 zum Erliegen kam, ging der Depfa das Geld aus - und damit auch der Mutter HRE.

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Der Bund verstaatlichte die HRE 2009 und gründete die FMS, um die HRE-Geschäfte und Risikopositionen abzuwickeln. Inzwischen hat die FMS über zwei Drittel des ursprünglichen HRE-Portfolios von 175 Milliarden Euro abgebaut.

Der HRE-Nachfolger pbb hatte die Depfa 2013 schon einmal zu verkaufen versucht. Doch der Bund entschied damals, sie stattdessen für 323 Millionen Euro in die Hände der eigenen "Bad Bank" FMS-WM zu geben. Diese hat aus der Abwicklung allein 2018 und 2019 zusammen 377 Millionen Euro Sondergewinne herausgeholt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts

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