Wirtschaft

Vakzin-Investition ohne Erfolg Bund will Curevac-Anteile behalten

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Es wird noch dauern, bis Ärzte das Mittel von Curevac verimpfen - wenn überhaupt.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Der Impfstoff von Curevac gilt lange Zeit als vielversprechend. Um sich vor einem möglichen US-Zugriff zu schützen, investiert der Bund 300 Millionen Euro in das Unternehmen. Mittlerweile plant er ohne das Vakzin aus Tübingen, seine Investition will er aber nicht aufgeben.

Die Bundesregierung will ihre Anteile an Curevac behalten, obwohl das Unternehmen bislang keinen wirksamen Corona-Impfstoff entwickeln konnte. Das "wichtige Bundesinteresse" an der Beteiligung bestehe gegenwärtig fort, berichtet der "Spiegel". Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Die Bundesregierung sieht demnach auch die Curevac-Förderung durch das Bundesforschungsministerium "weiterhin als erfolgversprechend" an.

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Der Impfstoff von Curevac galt lange Zeit als höchst vielversprechend. Noch im April hatte es angegeben, auf eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) im Mai zu hoffen. Die Bundesregierung plante deshalb bereits für das zweite Quartal 2021 die ersten Impfungen mit dem Curevac-Vakzin ein.

Inzwischen ist der Impfstoff nicht mehr für die laufende Impfkampagne vorgesehen: Ende Juni teilte Curevac mit, dass sein Vakzin laut abschließenden Auswertungen nur eine 48-prozentige Wirksamkeit aufweise.

"Planen auf Erfolg"

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Das Tübinger Unternehmen setzt wie die Mainzer Konkurrenz von Biontech auf einen modernen mRNA-Impfstoff. Um sich vor einem möglichen US-Zugriff zu schützen, hatte der Bund zu Beginn der Pandemie 300 Millionen Euro in das Unternehmen investiert. "Wir planen auf Erfolg und wollen bis zum Ende des Jahres mehr als 100 Millionen Dosen zur Verfügung haben", verkündete Dietmar Hopp im September 2020 in einem Interview.

Die FDP bemängelte das weitere Festhalten an Curevac. FDP-Wirtschaftsexperte Reinhard Houben kritisiert im "Spiegel", die Regierung weigere sich zuzugeben, dass der Einstieg bei Curevac "bisher in keiner Weise dazu beigetragen" habe, eine Abhängigkeit von ausländischer Medikamentenentwicklung zu verringern. Der Bundestagsabgeordnete forderte, "die Anteile an Curevac zu veräußern und den Erlös in verfügbaren Impfstoff zu investieren".

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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