Wirtschaft

Acht weitere Jahre für WeidmannBundesbank-Chef bekommt Vertragsverlängerung

15.01.2019, 21:25 Uhr
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Weidmanns Chancen auf den EZB-Chefposten hängen unter anderem auch vom Ausgang der Europa-Wahl ab. (Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Bundesbank-Präsident Weidmann gilt innerhalb der Europäischen Zentralbank als Gegenpol und möglicher Nachfolger von EZB-Chef Draghi. Die Bundesregierung plant nun, Weidmanns Amtszeit an der Spitze der Bundesbank um acht Jahre zu verlängern.

Die Bundesregierung will den Vertrag von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann um acht Jahre verlängern. Das bestätigten Regierungskreise". Die Bundesbank lehnte eine Stellungnahme ab. Weidmanns Vertrag läuft Ende April aus. Der Bundesbank-Chef war zuletzt auch als möglicher Kandidat für die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi gehandelt worden. Der Italiener muss Ende Oktober planmäßig nach acht Jahren im Amt seinen Sessel räumen. Eine Verlängerung ist nicht möglich.

Die Amtszeit eines Bundesbankpräsidenten dauert in der Regel acht Jahre. Die Bundesbank stand einst für die Härte der D-Mark, heute ist sie als nationale Notenbank der größten Euro-Wirtschaftsmacht ein Garant für die Stabilität der europäischen Gemeinschaftswährung, auch innerhalb der EZB.

Gegründet wurde die Bundesbank am 1. August 1957. Sie ist politisch unabhängig, Bund und Länder haben aber Einfluss unter anderem auf die Besetzung des Vorstands. Vorgeschlagen werden der Präsident und zwei Vorstände von der Bundesregierung, die übrigen drei vom Bundesrat. Neben der Umsetzung der Geldpolitik der EZB gehören die Überwachung des Zahlungsverkehrs und die Verwaltung der deutschen Gold- und Währungsreserven zu den Aufgaben. Gemeinsam mit der Bafin ist die Deutsche Bundesbank auch für die Bankenaufsicht in Deutschland zuständig. Sie hat derzeit knapp 10.000 Mitarbeiter.

Eine Verlängerung von Weidmanns Vertrag hat Experten zufolge keinen direkten Einfluss auf die Frage, wer im Herbst auf den wichtigen Posten des EZB-Präsidenten rücken wird. Viele rechnen mit einer Entscheidung dazu erst nach der Europawahl im Mai. Weidmann hatte die ultralockere Geldpolitik Draghis immer wieder kritisiert.

Auch der Präsidentenposten in der EU-Kommission sowie die Posten des EU-Ratspräsidenten und des EU-Außenbeauftragten müssen neu besetzt werden. Dass Deutschland Anspruch auf eines der Schlüsselämter in Europa erheben wird, gilt als wahrscheinlich.

Quelle: mbo/rts/dpa

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