Wirtschaft

Autohersteller bremsten Wachstum Bundesbank erwartet Konjunkturbelebung

Für das unerwartet schwache Wachstum im ersten Halbjahr ist für die Bundesbank entscheidend die Autobranche verantwortlich. Nach der Bewältigung des neuen Abgastests sollte die Gesamtwirtschaft nun aber zulegen - und zwar deutlich.

Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft trotz eines unerwartet schwachen Starts in die zweite Jahreshälfte weiter im Aufwind. "Der Aufschwung in Deutschland dürfte nicht zuletzt aufgrund der anhaltend guten Binnenkonjunktur grundsätzlich intakt sein", heißt es im Monatsbericht. Im Juli hatten sinkende Industrieaufträge, eine schrumpfende Produktion und fallende Exporte Zweifel daran geschürt. "Die deutsche Wirtschaft ist schwach in das Sommerquartal gestartet", räumte die Bundesbank ein. Die gute Stimmung der Unternehmen deute aber "auf eine vorübergehende Schwächephase hin".

Sie führt die Delle auf einen Sondereffekt zurück. "Dies lag vor allem an der Industrie und im Besonderen an der Kfz-Branche, die ihre Produktion im Juli stark einschränkte", erklärte die Bundesbank. "Dabei dürften Probleme im Zusammenhang mit der Umstellung auf ein neues, EU-weit einheitliches und verbindliches Emissionstestverfahren für erstmals zugelassene Fahrzeuge eine maßgebliche Rolle gespielt haben."

Volkswagen etwa räumte ein, Schwierigkeiten mit der Umstellung auf den strengeren Abgasmesszyklus zu haben. In einigen Werken ruhte deshalb zeitweise die Produktion. "Sobald die Umstellungsprobleme in der Kfz-Branche überwunden sind, dürfte daher das gesamtwirtschaftliche Expansionstempo wieder deutlich anziehen", erwartet die Bundesbank.

Die führenden Forschungsinstitute sehen die deutsche Konjunktur in den kommenden Jahren weiter auf Kurs. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich demnach 2018, 2019 und 2020 jeweils zwischen 1,7 und 2,0 Prozent bewegen.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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